Neun EU-Staaten fordern Kürzungen der Fördermittel für Sportverbände wegen der Wiederaufnahme Russlands
Neun EU-Staaten fordern nach der Wiederzulassung russischer und belarussischer Athleten zu internationalen Wettkämpfen eine Kürzung der Finanzmittel für das IOC und andere Sportverbände.

Die „Neutralität“ des Sports wird in Frage gestellt
Der Streit rührt von der Entscheidung des IOC-Exekutivkomitees vom 7. Juli 2026 her, die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees vorläufig aufzuheben. Indem das IOC erklärte, dass die zuvor nach dem Einmarsch in die Ukraine verhängten Beschränkungen für russische Athleten nicht mehr gelten, hat es die Spannungen im Zusammenhang mit der Verflechtung von Politik und internationalem Sport neu entfacht.
In ihrer offiziellen Mitteilung argumentierten die neun Nationen, dass die Kernprinzipien der Olympischen Bewegung derzeit verletzt würden. „Die Achtung der Menschenrechte, die Rechtsstaatlichkeit und friedliche Beziehungen zwischen den Nationen gehören zu den Kernprinzipien des internationalen Sports“, heißt es in dem Schreiben. Die Koalition betonte, dass Sport nicht wirksam von Politik getrennt werden kann, wenn er von den russischen und belarussischen Regimen aktiv instrumentalisiert wird, um ihre Macht auf der globalen Bühne zu projizieren.
Die menschlichen Kosten des Wettbewerbs
Die Unterzeichnerstaaten hoben die tiefgreifende Ungleichheit hervor, die durch diese politischen Kurswechsel entstanden ist. Sie stellten fest, dass ukrainische Athleten aufgrund der systematischen Zerstörung der Sportinfrastruktur, der erzwungenen Vertreibung und der Tatsache, dass viele von ihnen an vorderster Front des andauernden Konflikts eingesetzt sind, derzeit nicht unter vergleichbaren Bedingungen wie ihre Kollegen trainieren können.
Neben finanziellen Kürzungen schlugen die Staaten restriktive Maßnahmen vor, um die Beteiligung dieser nicht kooperativen Sportverbände an europäischen Foren und EU-geführten Entwicklungsinitiativen einzuschränken. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles deutet diese diplomatische Spannung darauf hin, dass die Teilnahme russischer und belarussischer Athleten ein hochbrisantes Thema bleiben wird, das die einheitliche Funktionsweise der globalen Sportorganisation gefährdet.