Neudefinition des Blickwinkels: European Athletics führt neue Richtlinien zur Bekämpfung der Sexualisierung von Athletinnen ein

European Athletics und die EBU haben „Raising the Bar“ ins Leben gerufen, eine neue Reihe von Richtlinien, die darauf abzielen, die Sexualisierung von Athletinnen während der Übertragungen zu beenden.

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Staff Writer
Veröffentlicht am 15/07/2026 20:03
Neudefinition des Blickwinkels: European Athletics führt neue Richtlinien zur Bekämpfung der Sexualisierung von Athletinnen ein
European Athletics hat in Zusammenarbeit mit der Europäischen Rundfunkunion (EBU) die umfassenden Richtlinien „Raising the Bar“ veröffentlicht, die die Berichterstattung über Frauenleichtathletik weltweit verändern sollen. Diese Initiative markiert einen Wendepunkt in den Sportmedien und stellt die Integrität und Leistung der Athletinnen über ausbeuterische Kameraführung. Seit Jahren kritisieren Sportlerinnen aufdringliche Kameraperspektiven, die ihre sportlichen Leistungen schmälern. Die neuen Richtlinien gehen direkt auf diese Kritikpunkte ein. Produktionsteams werden nun angehalten, auf lange Nahaufnahmen bestimmter Körperteile, Aufnahmen von unten und unnötige Zeitlupenwiederholungen ohne technischen oder analytischen Nutzen zu verzichten. Stattdessen liegt der Fokus auf weiteren Perspektiven, die die gesamte Bewegungsamplitude der Athleten und die Intensität des Wettkampfs erfassen.

Verbesserung der Übertragungsstandards

Der Präsident des Europäischen Leichtathletik-Verbandes, Dobromir Karamarinov, betonte, dass dieser Schritt unerlässlich sei, um das höchste Niveau an Storytelling und technischer Exzellenz zu gewährleisten. Mithilfe visueller Leitfäden – inklusive Beispielen für positive und negative Bildgestaltung – lernen die Sender, technisches Können hervorzuheben, wie etwa den präzisen Absprungmoment beim Weitsprung oder den perfekten Schritt beim Laufen. Dieser Ansatz ermutigt die Sender, Luftaufnahmen und informative Grafiken zu verwenden, die den Zuschauern einen echten Mehrwert bieten, anstatt die Athleten zu objektivieren.

Eine Kultur des Respekts

Glen Killane, Geschäftsführer von EBU Sport, merkte an, dass die Sexualisierung von Athletinnen weiterhin ein weit verbreitetes Problem sei. Lange Einstellungen und unpassende Schnitte führen nicht nur dazu, dass sich die Athletinnen unwohl fühlen, sondern verzerren auch die Wahrnehmung ihrer professionellen Fähigkeiten durch das Publikum. „Diese Entscheidungen haben weitreichende Konsequenzen“, bemerkte Killane. „Sie prägen die Wahrnehmung des Publikums, indem sie die Aufmerksamkeit von den bemerkenswerten Leistungen und technischen Fähigkeiten der Sportlerinnen ablenken und die Gefahr bergen, schädliche Stereotype zu verfestigen.“

Der Weg nach vorn

Diese Richtlinien sollen ein dynamisches Dokument sein, das den kontinuierlichen Dialog zwischen Produktionsteams, Regisseuren und den Athletinnen selbst fördert. Während sich die Rundfunkbranche anpasst, ist es das Ziel, sicherzustellen, dass die Berichterstattung über Frauensport denselben Respekt und dieselbe analytische Tiefe widerspiegelt wie traditionell der Männersport, um letztendlich die harte Arbeit und das Engagement der Athletinnen zu würdigen.

Quelle: www.aljazeera.com

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