Ende einer Ära: Senegal entlässt Nationaltrainer Pape Thiaw nach WM-Enttäuschung
Senegal hat Nationaltrainer Pape Thiaw nach dem enttäuschenden Ausscheiden bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 entlassen. Erfahren Sie mehr über die Hintergründe des Teamzusammenbruchs und wer ihn ersetzen könnte.

Schockierende Entlassung von Pape Thiaw nach WM-Enttäuschung
Nach einer turbulenten Kampagne gab der senegalesische Fußballverband am Samstag die sofortige Entlassung von Nationaltrainer Pape Thiaw bekannt. Die Entscheidung folgt auf das enttäuschende Ausscheiden bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 und zwingt die Nationalmannschaft zur Suche nach einer neuen taktischen Ausrichtung.
Thiaw, der 19 Monate im Amt war, musste nach dem enttäuschenden Ausscheiden der „Löwen von Teranga“ – die nach dem jüngsten Erfolg auf kontinentaler Ebene hohen Erwartungen – gehen. Obwohl das Team nach dem Triumph über Marokko im Finale des Afrika-Cups (AFCON) im Januar als Favorit ins Turnier ging, fand es auf der Weltbühne nicht zu seinem Spiel.
Ein Turnier verpasster Chancen
Senegals WM-Abschnitt war von einem frustrierenden Mangel an Konstanz geprägt. Die Kampagne begann mit zwei aufeinanderfolgenden Gruppenniederlagen gegen die Fußballmächte Frankreich und Norwegen düster, was Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit des Teams auf höchstem Niveau aufkommen ließ.
Der bitterste Schlag folgte jedoch im Sechzehntelfinale. In einem Spiel, das die senegalesischen Fans noch jahrelang verfolgen wird, führte die Nationalmannschaft gegen Belgien bis fünf Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit souverän mit 2:0. In einem katastrophalen Defensiveinbruch kassierten sie zwei Gegentreffer in schneller Folge und verloren schließlich in einer emotional aufreibenden Verlängerung mit 2:3. Dieses Ausscheiden beendete nicht nur die Turnierhoffnungen, sondern führte auch zur Entlassung von Thiaw.
Kontroversen und disziplinarische Probleme
Neben den taktischen Fehlern auf dem Platz wurde Thiaws Amtszeit von disziplinarischen Problemen überschattet. Dem 45-jährigen Trainer drohte bereits eine Sperre von fünf Spielen, die im September angesetzt war. Diese Sperre resultierte aus einem kontroversen Vorfall während des AFCON-Finales 2025 in Rabat, wo Thiaw aus Protest gegen einen für Marokko verhängten Elfmeter einen Mannschaftsmarsch anführte.
Viele Analysten sehen die Entscheidung des Verbandes, sich von Thiaw zu trennen, angesichts der schwachen sportlichen Ergebnisse und der durch sein Verhalten bei großen Turnieren verursachten Spannungen als notwendig an.
Wer kommt als Nächstes? Die Jagd nach Patrick Vieira
Da Senegal einen Neuaufbau anstrebt, liegt der Fokus nun auf der Suche nach einem Weltklasse-Nachfolger. Laut Berichten der französischen Tageszeitung L’Équipe gilt Patrick Vieira als Hauptkandidat für die Nachfolge.
Vieira, ein legendärer Mittelfeldspieler und Weltmeister mit Frankreich, ist tief in dem Land verwurzelt, da er in Dakar geboren wurde. Seine Kombination aus internationaler Erfahrung und persönlicher Verbundenheit zu Senegal macht ihn zur idealen Besetzung, um dem Team zu neuem Ansehen zu verhelfen und es in die Qualifikationsspiele zum Afrika-Cup 2027 zu führen.