US-Kongressabgeordneter Ro Khanna sieht sich nach Festnahme im Westjordanland politischer Kritik ausgesetzt

Der US-Kongressabgeordnete Ro Khanna sieht sich nach seiner Festnahme durch bewaffnete Siedler im besetzten Westjordanland politischen Angriffen ausgesetzt, was eine Debatte über die Beziehungen zwischen den USA und Israel auslöste.

A
Staff Writer
Veröffentlicht am 12/07/2026 23:45
US-Kongressabgeordneter Ro Khanna sieht sich nach Festnahme im Westjordanland politischer Kritik ausgesetzt

Konflikt im Westjordanland

Der US-Abgeordnete Ro Khanna befindet sich nach einem Vorfall im besetzten Westjordanland im Zentrum einer wachsenden diplomatischen und politischen Kontroverse. Bei einem Besuch in einem palästinensischen Dorf wurden der kalifornische Demokrat und seine Delegation von bewaffneten israelischen Siedlern angehalten und über eine Stunde lang festgehalten. Khanna behauptet, die Anwesenheit und Untätigkeit des israelischen Militärs habe dies ermöglicht.

Khanna schilderte ein erschütterndes Erlebnis. Die Siedler hätten mit M4-Gewehren hantiert, seine Gruppe eingeschüchtert und sie verhöhnt, während sie die Begegnung filmten. Er wies die Behauptung des israelischen Militärs, die Straße sei lediglich „geräumt“ worden, entschieden zurück und erklärte, die anwesenden Streitkräfte seien an der Festnahme beteiligt gewesen.

Die politischen Folgen und Vorwürfe der „Selbstviktimisierung“

Nach dem Vorfall versuchten israelische Beamte und einige amerikanische Politiker, den Kongressabgeordneten zu diskreditieren. Der israelische Botschafter in den USA, Michael Leiter, kritisierte die Planung der Reise und warf Khanna vor, die Koordination mit der israelischen Regierung vernachlässigt zu haben. Leiter vermutete, der Zeitpunkt der Videoveröffentlichung sei ein kalkuliertes politisches Manöver gewesen, um von den Problemen im Zusammenhang mit einem Senatswahlkampf in Maine abzulenken – eine Behauptung, die Khanna vehement zurückweist. Andere US-Politiker, darunter der republikanische Abgeordnete Greg Murphy, bezeichneten den Vorfall als PR-Gag und Selbstinszenierung. Der Vorfall erhielt jedoch auch Unterstützung aus unerwarteten Kreisen, unter anderem vom konservativen Kommentator Tucker Carlson, der den US-Botschafter in Israel scharf kritisierte, weil er einen von ausländischen Akteuren bedrohten US-Beamten nicht verteidigt habe. Missbrauchsmuster und US-Politik: Dieses Ereignis verdeutlicht ein umfassenderes, anhaltendes Problem: die Sicherheit von US-Bürgern im Westjordanland. Der Internationale Gerichtshof hat die israelische Besatzungs- und Siedlungspolitik bereits als Verstoß gegen das Völkerrecht eingestuft. Trotz dokumentierter Fälle von Gewalt gegen amerikanische Staatsbürger – darunter die Todesfälle von Sayfollah Musallet und Khamis Ayyad in den letzten Jahren – leisten die USA Israel weiterhin umfangreiche Militärhilfe.

Während die Debatte an Schärfe gewinnt, betont der Abgeordnete Khanna, dass seine Erfahrungen ein systemisches Versagen verdeutlichen. Er fordert weiterhin die Verantwortlichen – sowohl die beteiligten Siedler als auch das Militärpersonal, das die Inhaftierung zuließ – und argumentiert, dass ein amerikanischer Pass nicht von den Streitkräften eines ausländischen Verbündeten einer solchen Behandlung ausgesetzt sein dürfe.

Quelle: www.aljazeera.com

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