Trump und der irakische Premierminister Ali al-Zaidi schmieden ein neues Wirtschaftsbündnis: Hinwendung zu „Deals“ und Abrüstung

Präsident Donald Trump und der irakische Premierminister Ali al-Zaidi kündigen eine Verlagerung der Beziehungen von militärischen zu wirtschaftlichen Beziehungen an und versprechen Ölgeschäfte sowie den vollständigen Abzug der US-Truppen bis zum 30. September.

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Staff Writer
Veröffentlicht am 14/07/2026 19:55
Trump und der irakische Premierminister Ali al-Zaidi schmieden ein neues Wirtschaftsbündnis: Hinwendung zu „Deals“ und Abrüstung

Ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen den USA und dem Irak

In einem hochrangigen diplomatischen Treffen im Weißen Haus signalisierten US-Präsident Donald Trump und der irakische Premierminister Ali al-Zaidi einen grundlegenden Wandel in den Beziehungen zwischen Washington und Bagdad. Abseits des militaristischen Fokus, der die letzten zwei Jahrzehnte geprägt hat, bekräftigten die beiden Staatschefs ihren Willen zu einer starken Wirtschaftspartnerschaft mit den Schwerpunkten Energie, Schaffung von Arbeitsplätzen und gegenseitiger Handel.

Das Treffen im Oval Office am Dienstag unterstreicht eine strategische Neuausrichtung. Präsident Trump, der zuvor al-Zaidi – einen Geschäftsmann ohne politische Vorerfahrung – dem umstritteneren ehemaligen Premierminister Nuri al-Maliki vorgezogen hatte, bezeichnete den neuen irakischen Staatschef als einen „fantastischen Vorkämpfer“. Der Führungswechsel spiegelt den Wunsch nach einem pragmatischeren, wirtschaftsorientierten Regierungsstil im Irak wider und distanziert das Land vom iranischen Einfluss, der oft mit früheren Regierungen in Verbindung gebracht wurde.

Priorisierung von Öl und Wirtschaftswachstum

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die riesigen Ölreserven des Irak und das Potenzial für gesteigerte Exporte. Präsident Trump betonte das „enorme Potenzial“ des Irak und versprach, dass die beiden Nationen zahlreiche Abkommen abschließen würden, um die Ölproduktion zu steigern und die Beschäftigung in beiden Ländern anzukurbeln.

Für Premierminister al-Zaidi markiert der Besuch den Beginn einer formellen Wirtschaftspartnerschaft. Die wirtschaftlichen Herausforderungen sind jedoch dringlich. Die irakische Wirtschaft wurde durch die faktische Blockade der Straße von Hormus durch den Iran schwer geschädigt. Diese wichtige Seestraße wird traditionell zu etwa 90 Prozent der irakischen Exporte fossiler Brennstoffe von 3,4 Millionen Barrel pro Tag transportiert.

Der Weg zur Abrüstung und zum Truppenabzug

Die wohl wichtigste Ankündigung des Gipfels war die Zusage eines vollständigen militärischen Übergangs. Beide Staatschefs bestätigten, dass die verbleibenden US-Streitkräfte im Irak – schätzungsweise weniger als 2.000 Mann – bis zum 30. September vollständig abgezogen werden.

In einem ebenso ambitionierten Schritt hat Premierminister al-Zaidi zugesagt, dass die verschiedenen bewaffneten paramilitärischen Gruppierungen im Irak bis zum selben Stichtag entwaffnet werden. Diese Gruppen, die seit der US-geführten Invasion 2003 erheblichen Einfluss ausüben, sind weiterhin eine Hauptursache für die Instabilität im Land. Al-Zaidi hat zwar geschworen, diese Machtstrukturen zu zerschlagen, doch einen detaillierten Fahrplan, wie dies ohne interne Konflikte gelingen soll, hat er noch nicht vorgelegt. Insbesondere die Islamische Widerstandsbewegung im Irak, ein Dachverband iranisch unterstützter Milizen, hat bereits jegliche Abkommen, die aus diesem Besuch resultieren, abgelehnt.

Wiederaufbau und der Kampf um die OPEC

Neben Sicherheit und Handel nutzte al-Zaidi die Plattform, um sich für den Wiederaufbau des Irak nach dem verheerenden Krieg gegen den IS einzusetzen. Obwohl 2017 der Sieg verkündet wurde, gab der Premierminister bekannt, dass die Schäden an der Infrastruktur des Landes 400 Milliarden US-Dollar übersteigen und viele Bürger noch immer in Flüchtlingslagern leben.

Um den Wiederaufbau von Häusern und Städten zu finanzieren, drängt al-Zaidi auf eine „faire Beteiligung“ innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). Er plädiert für eine höhere Produktionsquote und argumentiert, dass höhere Öleinnahmen der einzige Weg seien, vertriebene Familien in ihre Häuser zurückzubringen und die zerstörte Wirtschaft des Landes wiederaufzubauen.

Geopolitische Spannungen und der iranische Faktor

Das Treffen findet vor dem Hintergrund extremer regionaler Instabilität statt. Der Irak bleibt ein Brennpunkt im umfassenderen Konflikt zwischen dem US-israelischen Bündnis und dem Iran, der am 28. Februar deutlich eskalierte. Die Stabilität der Region hängt derzeit von einer fragilen Absichtserklärung vom Juni ab, die darauf abzielte, die Straße von Hormus wieder zu öffnen und die US-Seeblockaden gegen den Iran aufzuheben.

Während al-Zaidi versucht, die widerstreitenden Einflüsse Washingtons und Teherans auszubalancieren, wird der Erfolg dieser neuen „Wirtschaftspartnerschaft“ davon abhängen, ob der Irak den Übergang vom Schlachtfeld zum Wirtschaftszentrum erfolgreich vollziehen kann, ohne die mächtigen Milizen, die noch immer innerhalb seiner Grenzen operieren, zu verprellen.

Quelle: www.aljazeera.com

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