Trump gibt geplante Transitgebühr für die Straße von Hormuz zugunsten von Investitionsabkommen am Golf auf.

Präsident Donald Trump schwenkt von der vorgeschlagenen 20-prozentigen Transitgebühr für die Straße von Hormuz ab und setzt inmitten des eskalierenden Krieges mit dem Iran stattdessen auf massive Investitionsabkommen in der Golfregion.

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Staff Writer
Veröffentlicht am 14/07/2026 19:56
Trump gibt geplante Transitgebühr für die Straße von Hormuz zugunsten von Investitionsabkommen am Golf auf.

Strategischer Kurswechsel im Persischen Golf

In einer überraschenden Kehrtwende hat US-Präsident Donald Trump von einem umstrittenen Vorschlag Abstand genommen, eine Transitgebühr von 20 Prozent für Schiffe zu erheben, die die Straße von Hormus passieren. Dieser Kurswechsel erfolgte nur 24 Stunden, nachdem der Präsident die Gebühr ursprünglich auf Truth Social angekündigt hatte, und signalisiert eine abrupte Änderung der US-Strategie in Bezug auf einen der wichtigsten maritimen Engpässe der Welt.

Der ursprüngliche Vorschlag war als „Kostenerstattung“ für die immensen Kosten dargestellt worden, die den Vereinigten Staaten durch die Gewährleistung von Sicherheit und Schutz in der Region entstehen. Die Ankündigung warf jedoch erhebliche Fragen zum Völkerrecht auf, da die USA keine souveräne Kontrolle über die internationale Wasserstraße ausüben.

Von Transitgebühren zu Handelsabkommen

Am Dienstag stellte Präsident Trump klar, dass die Regierung stattdessen „Handels- und Investitionsabkommen“ mit verschiedenen Golfstaaten anstreben werde. Laut dem Präsidenten sei diese Entscheidung nach „sehr produktiven Gesprächen mit der Führung des Nahen Ostens“ gefallen. Anstelle direkter Gebühren erwartet die USA nun „massive“ Investitionen von regionalen Verbündeten im Austausch für fortgesetzten Transitschutz und Sicherheitsgarantien.

Dieser Kurswechsel spiegelt einen umfassenderen transaktionsorientierten Ansatz in der Außenpolitik wider. Während mehrere Golfstaaten bereits vor der Eskalation der Feindseligkeiten mit dem Iran am 28. Februar milliardenschwere Investitionen in den USA zugesagt hatten, knüpft das Weiße Haus diese wirtschaftlichen Anreize nun direkt an die regionale Sicherheitsstabilität.

Das rechtliche und diplomatische Paradoxon

Die Kehrtwende löst auch einen potenziellen diplomatischen Widerspruch. Zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio die Idee, dass der Iran Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus erheben könnte, entschieden zurückgewiesen und argumentiert, ein solcher Schritt verstoße gegen internationales Recht. Mit dem Verzicht auf die 20-prozentige Gebühr kehrt Trump zur etablierten US-Position zurück, dass internationale Wasserstraßen frei von willkürlichen Gebühren bleiben müssen.

Zunehmende Spannungen und die drohende Blockade

Diese Kursänderung erfolgt vor dem Hintergrund einer massiven militärischen Eskalation. Die Ankündigung erfolgte Stunden vor der geplanten Wiederaufnahme der US-Militärblockade gegen den Iran. Diese Blockade war nach einer Mitte Juni unterzeichneten Absichtserklärung (MoU) vorübergehend ausgesetzt worden, die darauf abzielte, die Kämpfe zu beenden und die Straße von Hormus wieder zu öffnen.

Dieser fragile Frieden wurde jedoch durch eine neue Welle der Gewalt zerstört. Iranische Medien berichteten von Angriffen in Buschehr, Bandar Abbas, Mahschahr und Abadan; kürzlich ereigneten sich Explosionen auf den Inseln Qeshm und Kisch. Gleichzeitig meldete Kuwait Angriffe auf Luftziele, und der Iran bekräftigte seine Absicht, seine Kampagne gegen US-Einrichtungen in Bahrain, Jordanien und der Straße von Hormus fortzusetzen. Während die USA und Israel ihren Konflikt mit Teheran fortsetzen, könnte die Umorientierung von Transitgebühren hin zu Investitionsabkommen ein Versuch sein, die regionalen Verbündeten wirtschaftlich auf Kurs zu halten, während sich das Militär auf eine erneute Blockade und mögliche weitere Angriffe auf iranische Atomanlagen, wie beispielsweise die Anlage „Pickaxe Mountain“, vorbereitet.

Quelle: www.aljazeera.com

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