Monaco von gezielter Paketbombe erschüttert: Staatsanwaltschaft schließt Terrorismus im versuchten Attentat auf ukrainischen Tycoon aus
Die Staatsanwaltschaft in Monaco schließt Terrorismus als Ursache aus, nachdem ein Paketbombenanschlag auf den ukrainischen Tycoon Wadym Jermolajew und seine Familie in einem schockierenden Attentatsversuch verübt wurde.

Seltene Sicherheitslücke im Fürstentum
Die normalerweise ruhigen und streng bewachten Straßen Monacos wurden diese Woche nach einer verheerenden Explosion, bei der ein prominenter, in der Ukraine geborener Geschäftsmann und seine Familie schwer verletzt wurden, ins Chaos gestürzt. Was zunächst als potenzieller Terroranschlag befürchtet wurde, wird nun von der Staatsanwaltschaft als gezielter Mordversuch eingestuft – eine seltene und gewaltsame Eskalation in dem Mittelmeerfürstentum.
Der Vorfall: Eine gewaltige Explosion in der Lobby
Der Anschlag ereignete sich kurz vor 21:00 Uhr am Montagabend. Laut offiziellen Berichten der monegassischen Regierung platzierte ein Verdächtiger strategisch eine Paketbombe in der Lobby eines Wohngebäudes. Die darauffolgende Explosion wurde von den Behörden als „heftige Explosion“ beschrieben, die erhebliche Sachschäden verursachte und bei den Anwesenden sofortige Traumata auslöste.
Zeugen schilderten eine Szene des Grauens. John Bulanadi, ein 19-jähriger Student, der in der Nähe des Unglücksortes wohnt, schilderte dem Fernsehsender AFP den Moment des Einschlags: „Ich rannte schnell auf meine Terrasse, um zu sehen, was los war. Ich hörte Schreie und Weinen, und zwei Menschen lagen am Boden.“ Die Wucht der Explosion hat die monegassische Bevölkerung, die sich selbst als eines der sichersten Länder der Welt rühmt, zutiefst erschüttert.
Opfer und das Ziel: Vadym Iermolaiev
Das Hauptziel des Anschlags wurde als Vadym Iermolaiev identifiziert, ein bekannter, in der Ukraine geborener Geschäftsmann. Iermolaiev, Gründer des Handels- und Industrieunternehmens Alef, gilt als einer der einflussreichsten Immobilienentwickler und Unternehmer, der ursprünglich aus der südostukrainischen Stadt Dnipro stammt.
Die Explosion traf nicht nur den Geschäftsmann; auch seine Frau und sein 13-jähriges Kind wurden von der Detonation erfasst. Berichten zufolge erlitten Iermolaiev und seine Frau schwere Verletzungen und wurden umgehend ins Krankenhaus gebracht. Ihr Kind wurde verletzt, schwebt aber außer Lebensgefahr, wie die Behörden bestätigten. Eine Frau befindet sich laut Informationen der Associated Press weiterhin in kritischem, lebensbedrohlichem Zustand.
Ermittlungen und politischer Kontext
Die Staatsanwaltschaft Monacos hat die Ermittlungen zügig eingegrenzt. Nach ersten Untersuchungen und der Analyse des Sprengsatzes schloss sie einen allgemeinen Terroranschlag aus und leitete stattdessen ein Verfahren wegen versuchten Mordes ein. Dies deutet auf Vorsatz und ein spezifisches Motiv gegen Iermolaiev hin.
Die komplexe politische und geschäftliche Vergangenheit des Opfers könnte Hinweise liefern. Laut Reuters erhielt Iermolaiev 2019 die zypriotische Staatsbürgerschaft, wurde aber 2023 mit ukrainischen Sanktionen belegt. Diese Sanktionen standen Berichten zufolge im Zusammenhang mit dem Vorwurf, Geschäfte auf der russisch besetzten Krim getätigt zu haben. Die ukrainische Botschaft in Paris arbeitet derzeit an der Überprüfung der Identität und Nationalität aller Beteiligten.
Die Fahndung wird intensiviert
Fürst Albert II. von Monaco hat den Vorfall als „abscheuliches Verbrechen“ und tiefen Schock für die Bevölkerung verurteilt. Der Präfekt des Départements Alpes-Maritimes hat unterdessen geschworen, alle verfügbaren Sicherheitskräfte zu mobilisieren, um den Täter zur Rechenschaft zu ziehen.
Die Suche nach dem Verdächtigen wird durch die geografische Lage erschwert. Monaco ist eine kleine Enklave, die von Frankreich umschlossen und in unmittelbarer Nähe zu Italien liegt. Zwischen Monaco und Frankreich gibt es praktisch keine Grenzkontrollen. Die Behörden gehen davon aus, dass der mutmaßliche Angreifer unmittelbar nach der Explosion über die Grenze nach Frankreich geflohen ist. Ermittlungsteams, darunter spezialisierte Sprengstoffexperten, durchsuchen weiterhin den Tatort nach Spuren, die zu einem Durchbruch in der laufenden Fahndung führen könnten.