Kritik zu „The Devil's Mouth“: Prime Videos Hai-Thriller wird von mehr als nur Raubtieren heimgesucht
Bietet „The Devil's Mouth“ von Prime Video den erwarteten Nervenkitzel? Lesen Sie unsere ausführliche Kritik dieses Hai-Überlebensthrillers und erfahren Sie, warum die Charaktere das größte Problem darstellen.

Ein genauer Blick auf Prime Videos neuesten Survival-Thriller
Für Fans des Subgenres „Creature Feature“ ist der Reiz eines Hai-Films zeitlos. Ob es nun die Urangst vor dem Unbekannten oder die Spannung einer Überlebensgeschichte ist – die Konfrontation zwischen Menschen und den effizientesten Raubtieren der Erde hat etwas unbestreitbar Fesselndes. Prime Videos neueste Eigenproduktion, The Devil's Mouth, versucht, auf dieser Adrenalinwelle mitzuschwimmen und verspricht einen klaustrophobischen Albtraum unter der Wasseroberfläche. Doch nach 104 Minuten offenbart der Film ein Problem, das weitaus irritierender ist als der Bullenhai, der seine Protagonisten jagt: eine Besetzung, mit der man kaum mitfiebern kann.
Handlungsgrundlage: Gefangen in der Tiefe
Die Ausgangssituation von The Devil's Mouth ist bekannt für alle, die 47 Meters Down: Uncaged gesehen haben. Die Geschichte folgt fünf College-Freunden, die ein abgelegenes Höhlensystem an der Küste Thailands erkunden. Was als abenteuerliche geführte Schwimmtour beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Kampf ums Überleben, als die Gruppe in einer Unterwasserhöhle mit einem tödlichen Bullenhai gefangen ist. Der Film verwandelt die Weite des Ozeans in ein erstickendes, dunkles Labyrinth – theoretisch ein Rezept für höchste Spannung.
Das menschliche Element: Klischeehaft und frustrierend
Während die Kulisse reichlich Spannung bietet, bremst die Charakterentwicklung – oder vielmehr deren Fehlen – den Film aus. Die Gruppe besteht aus klassischen Archetypen des Survival-Films: der kontrollierenden Anführerin Max (Lana Condor), der zurückhaltenden Sara (Kathryn Newton), dem passiven James (Nico Hiraga), dem weinerlichen Greg (Gavin Casalegno) und der spontanen Adrienne (Tommi Rose).
Das Hauptproblem ist, dass der Film nicht genug Zeit darauf verwendet, dass sich das Publikum für diese Figuren interessiert. Stattdessen wird der Dialog durch Erklärungen und nervtötende zwischenmenschliche Konflikte unnötig in die Länge gezogen. Die toxische Dynamik zwischen Max und Sara ist eine verpasste Chance; der Film deutet zwar einen Machtkampf an, geht aber nie tief genug darauf ein, um daraus einen fesselnden Handlungsbogen zu entwickeln. Folglich fehlt es dem Moment, in dem der Hai sein Mahl beginnt, an emotionaler Wucht. Die Zuschauer bangen weniger um das Leben der Charaktere, als dass sie von deren schlechten Entscheidungen und ständigen Streitereien erschöpft sind.
Die technische Seite: Hohe Punktzahl für das Monster
Die wahre Stärke von The Devil's Mouth liegt in der visuellen Umsetzung. Glücklicherweise ist der Bullenhai kein Opfer schlechter CGI. Die Kreatur ist so realistisch dargestellt, dass die Schreckmomente wirkungsvoll und die Verfolgungsjagden wirklich spannend sind. Insbesondere der dritte Akt rettet das Filmerlebnis, indem er die Spannung der Umgebung gekonnt nutzt. Die Klaustrophobie der Höhlen, gepaart mit der bedrohlichen Präsenz des Hais, sorgt für echte Nervenkitzel, auch wenn die Gejagten nicht gerade sympathisch sind.
Fazit: Ein Film mit schlechtem Gewissen und einigen Schwächen
Letztendlich erinnert „The Devil's Mouth“ daran, dass ein großartiger Monsterfilm mehr braucht als nur ein großartiges Monster. Kathryn Newton liefert zwar eine lobenswerte Leistung als Sara ab – und bringt die einzige wirkliche emotionale Tiefe auf die Leinwand –, doch der Film leidet unter einem vorhersehbaren Drehbuch und einem Mangel an menschlicher Tiefe.
Wer einen seichten Film für einen Freitagabend sucht, wird hier wahrscheinlich fündig. Er bietet den schnellen Nervenkitzel und die für das Genre typischen Blut- und Gore-Effekte. Wer jedoch einen packenden Survival-Thriller mit einer tiefgründigen emotionalen Komponente erwartet, wird von diesem Film enttäuscht sein. Es ist ein ordentlicher Beitrag zum Hai-Genre, aber es fehlt ihm das gewisse Etwas, um ein Klassiker zu werden.