Indischer Aktivist Sonam Wangchuk leidet unter gesundheitlichen Problemen im Zuge seines Protests gegen Prüfungskorruption.

Der prominente indische Aktivist Sonam Wangchuk befindet sich in Neu-Delhi im 17. Tag seines Hungerstreiks, um gegen das Durchsickern von Prüfungsaufgaben der Regierung zu protestieren und den Rücktritt des Bildungsministers zu fordern.

A
Staff Writer
Veröffentlicht am 14/07/2026 15:52
Indischer Aktivist Sonam Wangchuk leidet unter gesundheitlichen Problemen im Zuge seines Protests gegen Prüfungskorruption.
Der prominente indische Aktivist Sonam Wangchuk hat in seinem Protest eine kritische Phase erreicht: Seit 17 Tagen befindet er sich im Hungerstreik am Jantar Mantar in Neu-Delhi. Der 59-jährige Ingenieur und Aktivist fastet aus Solidarität mit der Cockroach Janta Party (CJP), einer von Jugendlichen angeführten Bewegung, die nach einer Reihe verheerender Prüfungslecks den sofortigen Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan fordert. Die CJP, im Mai von dem 30-jährigen Abhijeet Dipke gegründet, hat innerhalb weniger Wochen nach ihrer Gründung rasch nationale Aufmerksamkeit erregt und über 22 Millionen Anhänger online gewonnen. Die Bewegung versteht sich als Stimme der „Faulen, Arbeitslosen und chronisch Korrekten“ und greift tiefsitzende Frustrationen über systemische Korruption und mangelnde Chancen für Indiens Jugend auf, die mehr als die Hälfte der 1,42 Milliarden Einwohner des Landes ausmacht.

Verschärfende Krise und gesundheitliche Bedenken

Berichten zufolge hat Wangchuk bis zum 14. Juli 2026 über 8,5 Kilogramm abgenommen, und sein Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide. Trotz dringender Appelle von Oppositionsführern und Medizinern, seinen Protest zu beenden, hält Wangchuk an seinem Anliegen fest. Seine Anhänger berichten, dass er bereits einen Massenmarsch zum Parlament am 20. Juli plant.

Systemische Probleme als Auslöser der Proteste

Der Protest wird maßgeblich durch die Wut über die weit verbreitete Misswirtschaft bei Auswahlprüfungen angetrieben. Besonders gravierend ist, dass das Durchsickern kritischer Prüfungsfragen zur Absage und Verschiebung zahlreicher Aufnahmeprüfungen für medizinische Hochschulen führte, an denen 2,3 Millionen Kandidaten teilnahmen. Angesichts einer Jugendarbeitslosigkeit von 13,6 Prozent in den Städten werden diese Bildungsdefizite als direkter Angriff auf die Zukunft der jungen Generation Indiens wahrgenommen. Während die Bundesregierung und Minister Dharmendra Pradhan zu den Forderungen schweigen, verdeutlicht der anhaltende Sitzstreik einen wachsenden Widerstand gegen die Politik der Regierung und signalisiert eine schwierige Zeit für die Führung, da der studentische Aktivismus weiter an Dynamik gewinnt.

Quelle: www.aljazeera.com

Ähnliche Beiträge