Ich testete Starlink-basiertes 4G in einem Funkloch: Ist Internet aus dem Weltraum die Zukunft?
Ich habe mein Handy in ein Funkloch mitgenommen, um Starlink-basiertes 4G zu testen. Hier erfahrt ihr, wie gut es funktioniert und ob es euren Mobilfunkanbieter tatsächlich ersetzen kann.

Kann man wirklich 4G aus dem Weltraum empfangen?
Das Versprechen einer globalen, flächendeckenden Konnektivität ist seit Langem der heilige Gral der großen Satellitenanbieter. Während Satelliteninternet bisher hauptsächlich für Heimverbindungen mit hoher Latenz oder spezielle Notfallsender genutzt wurde, will eine neue Generation von „Direct-to-Cell“-Diensten – allen voran Starlink – dies ändern. Ich beschloss, mich in die tiefe, signalfreie Wildnis zu begeben, um herauszufinden, ob wir tatsächlich kurz davor stehen, die traditionellen Mobilfunkmasten endgültig abzuschaffen.
Die Realität der Satellitenkonnektivität
Aktuell ist satellitenbasiertes 4G als Ausfallsicherung konzipiert. Meine Tests bestätigten, dass moderne Smartphones, wie mein Galaxy S26 Ultra, so programmiert sind, dass sie die Satellitenverbindung nur im Notfall nutzen. Sobald Ihr Telefon auch nur ein schwaches Mobilfunk- oder WLAN-Signal empfängt, verweigert es die Kontaktaufnahme mit den Satelliten. Erst wenn alle anderen Kommunikationskanäle ausfallen, stellt das Gerät eine Verbindung zum Satelliten her.
Der Test: Das Funkloch-Experiment
Ich reiste in ein bekanntes Funkloch etwa 50 Kilometer außerhalb von London. In dieser abgelegenen, ländlichen Gegend bricht das normale Mobilfunksignal komplett ab. Beim Betreten des Gebiets wechselte mein Handy in den „Satelliten-4G“-Modus.
Mein Ergebnis war überraschend: Trotz der Technologie ist sie keine Zauberei. In meinem Auto – einem normalen Fahrzeug mit Stahldach – hatte ich gerade mal einen Balken Empfang. Auf freiem Feld verbesserte sich dies auf zwei Balken, aber nicht mehr. Latenz und Datendurchsatz sind weit entfernt von dem, was wir von 5G oder selbst von herkömmlichen 4G-Sendemasten erwarten. Das Laden einer einfachen Karte in Google Maps dauerte über eine Minute – ein deutlicher Hinweis darauf, dass Daten, die ins Weltall und zurück reisen, erheblichen physikalischen Grenzen unterliegen.
Was Sie tun können (und was nicht)
Dieser Dienst eignet sich nicht zum Streamen von 4K-Videos oder zum Scrollen durch Ihre Social-Media-Feeds. Tatsächlich bleiben die meisten dieser bandbreitenintensiven Anwendungen komplett offline. Das System ist derzeit auf grundlegende Dienste beschränkt: Navigation, Messaging, Wetter-Updates und grundlegende Kommunikation. Es ist eine Lebensader, kein Breitbandersatz.
Das Urteil: Eine wichtige Backup-Lösung, kein Ersatz
Nachdem wir einige Zeit im Feld verbracht haben, ist klar: Satelliten-4G ist zwar eine unglaubliche technologische Errungenschaft, aber noch kein Ersatz für die terrestrische Infrastruktur. Es ist jedoch eine unschätzbare Sicherheitstechnologie für Wanderer, Reisende und Menschen, die in abgelegenen Gebieten leben. Für eine geringe monatliche Gebühr ist die Möglichkeit, die Welt zu erreichen, wenn alle anderen Möglichkeiten versagen, ein echter Wendepunkt, selbst wenn man etwas länger warten muss, bis die Karte geladen ist.