Halo Campaign Evolved im Test: Ein mutiger, kontroverser Sprung für einen legendären Ego-Shooter

Lest unseren ausführlichen Testbericht zu Halo: Campaign Evolved auf PS5. Wir beleuchten die modernen Spielmechaniken, die atemberaubende Grafik und die kontroverse Entfernung des Mehrspielermodus.

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Staff Writer
Veröffentlicht am 31/07/2026 15:36
Halo Campaign Evolved im Test: Ein mutiger, kontroverser Sprung für einen legendären Ego-Shooter

Ein historisches Debüt auf PlayStation

Seit über zwei Jahrzehnten ist die Halo-Reihe das Kronjuwel des Xbox-Ökosystems. Doch Halo: Campaign Evolved markiert einen Wendepunkt in der Spielegeschichte: Master Chief betritt zum ersten Mal offiziell eine PlayStation-Konsole. Für Veteranen der ersten Xbox-Ära fühlt sich das Spielen dieses Remakes auf der PS5 surreal, aber gleichzeitig bemerkenswert nahtlos an. Der Übergang ist fließend, der DualSense-Controller integriert sich perfekt ins Spielerlebnis und lässt den legendären Spartan sich im Sony-Ökosystem wie zu Hause fühlen.

Modernisierung eines Meisterwerks: Mechaniken und Gameplay

Ein 25 Jahre altes Spiel von Grund auf neu zu entwickeln, ist ein heikler Balanceakt. Eine eins-zu-eins-Nachbildung des Originals von 2001 würde sich für heutige Spieler wahrscheinlich antiquiert anfühlen. Um dem entgegenzuwirken, hat Halo Studios mehrere essentielle moderne FPS-Mechaniken implementiert. Die bemerkenswerteste Neuerung ist die Sprint-Taste, die das Tempo von Kampf und Erkundung drastisch verändert.

Auch das Waffenarsenal wurde erweitert. Spieler haben nun Zugriff auf das Energieschwert und die Brennstabkanone – Waffen, die im ursprünglichen Combat Evolved fehlten, aber zu festen Bestandteilen der Serie wurden. Außerdem ist der Wraith-Panzer endlich spielbar, obwohl er einige der Schwächen seiner Vorgänger beibehält, wie beispielsweise die Unfähigkeit, Kanone und Geschützturm gleichzeitig zu bedienen.

Für Komplettisten bietet das Spiel 13 Terminals mit umfangreicher Hintergrundgeschichte und 39 sammelbare Schädel. Diese Schädel schalten einzigartige Gameplay-Modifikatoren frei und erhöhen so den Wiederspielwert der 13 Kampagnenlevel. Nachdem Spieler drei Schädel entdeckt haben, können sie den „Kampagne Redux“-Modus freischalten und noch tiefer in die Action eintauchen.

Ein Abstieg in den Horror

Einer der größten Erfolge von Campaign Evolved ist der Tonartwechsel in der zweiten Hälfte. Während das Originalspiel die Flood einführte, konzentriert sich dieses Remake stark auf die Horrorelemente der Geschichte. Die Umgebung spiegelt die Verwüstung deutlich stärker wider und lässt den Halo-Ring wie eine sterbende Welt wirken, die von einem Parasiten verschlungen wird.

Die Flood selbst sind deutlich bedrohlicher. Infektionsformen sind aggressiver und gefährlicher, und die schiere Anzahl an Feinden in späteren Phasen kann zu echter Panik führen, besonders wenn die Granaten knapp werden und man sich in einem dunklen Korridor in die Enge getrieben sieht. Diese Betonung der Atmosphäre hebt das Spielerlebnis über ein einfaches Grafik-Update hinaus.

Visuelle Pracht und Performance-Probleme

Optisch ist das Spiel ein Triumph. Die Umgebungen sind atemberaubend und zeigen die Dimensionen der Ringwelt mit beeindruckenden Details, die den klassischen Karten neues Leben einhauchen. Selbst auf der Basishardware der PS5 ist die Grafik hochauflösend, obwohl die Zwischensequenzen gelegentlich unter einem „Uncanny Valley“-Effekt leiden, insbesondere bei der neu gestalteten Cortana.

Die technische Umsetzung ist jedoch nicht perfekt. Die Performance kann in offenen Gebieten während intensiver Kämpfe ruckeln, mit spürbaren Framerate-Einbrüchen. Ein Wechsel vom Performance-Modus in den Grafikmodus kann das Spielerlebnis zwar stabilisieren, geht aber auf Kosten der allgemeinen Spielflüssigkeit.

Die verpasste Chance: Multiplayer und Warthogs

Trotz der Erfolge leistet sich das Remake einige gravierende Fehler. Der auffälligste Mangel ist das völlige Fehlen eines kompetitiven Multiplayer-Modus. Halos Vermächtnis basierte auf seinen lokalen und Online-Arenen; deren Entfernung raubt dem Spiel einen Teil seiner Seele. Obwohl ein Koop-Modus verfügbar ist, ist das Fehlen des kompetitiven Modus ein herber Schlag.

Darüber hinaus wurde der Warthog – einst der Goldstandard für Fahrzeug-Gameplay – schlecht umgesetzt. Die Steuerung fühlt sich unpräzise und frustrierend an und verwandelt die epische Schlussfahrt des Originalspiels in eine stressige Pflichtübung statt in einen triumphalen Abschluss. Für manche wirken diese Änderungen wie unnötiges Herumdoktern an einer bewährten Formel.

Fazit: Lohnt es sich?

Halo: Campaign Evolved ist eine gelungene und visuell beeindruckende Neuinterpretation eines Klassikers. Es eignet sich hervorragend als Einstieg für neue Spieler, die die frühen 2000er verpasst haben, und als nostalgische Reise für Veteranen. Auch wenn das Fehlen des kompetitiven Mehrspielermodus und die verhunzte Fahrzeugphysik enttäuschend sind, machen der verbesserte Kampagnenablauf und die Horrorelemente das Spiel dennoch zu einem lohnenswerten Erlebnis.

Es mag zwar kein absolutes Must-Have-Spiel des Jahres sein, aber als sanfter Neustart für eine angeschlagene Spielereihe und als historische Brücke zur PlayStation ist es ein mutiger Schritt nach vorn.

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