GPMI vs HDMI: Ist ein überlegener Kabelstandard zum Vergessen verdammt?

Ein genauer Blick auf GPMI, einen neuen Kabelstandard mit hoher Bandbreite, und warum er es schwer haben wird, HDMI im modernen Wohnzimmer zu ersetzen.

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Staff Writer
Veröffentlicht am 15/07/2026 11:10
GPMI vs HDMI: Ist ein überlegener Kabelstandard zum Vergessen verdammt?
In der sich rasant entwickelnden Welt des Home Entertainments ist Konnektivität das Rückgrat unseres Seherlebnisses. HDMI ist nach wie vor der unangefochtene König der Wohnzimmerverbindungen – die neueste Version, HDMI 2.2, erobert gerade erst die Welt –, doch ein neuer Konkurrent ist aus einem Zusammenschluss von über 50 Technologieunternehmen hervorgegangen. Dieser Standard, bekannt als General Purpose Media Interface (GPMI), verspricht, HDMI sowohl in Bandbreite als auch in Vielseitigkeit zu übertreffen. Was ist GPMI? Entwickelt wurde GPMI hauptsächlich von einem Zusammenschluss chinesischer Technologieunternehmen, darunter Branchenriesen wie Hisense und TCL, und ist als einheitliche Kabellösung konzipiert. Sein Hauptziel ist die Integration von Audio, Video, Daten und Stromversorgung mit hoher Bandbreite in einer einzigen, eleganten Verbindung. Anders als herkömmliche HDMI-Kabel, die sich fast ausschließlich auf die audiovisuelle Übertragung konzentrieren, zielt GPMI darauf ab, ähnlich wie Thunderbolt oder USB-C zu funktionieren und so ein optimiertes Nutzungserlebnis zu bieten, das theoretisch das Kabelgewirr hinter dem Fernseher ersetzen könnte.

Der Kampf um die Bandbreite

Im Mittelpunkt des Wettbewerbs steht der Datendurchsatz. HDMI 2.2 wird derzeit mit verschiedenen Geschwindigkeiten eingeführt, die Bandbreiten zwischen 64 Gbit/s und 96 Gbit/s unterstützen. Diese Geschwindigkeiten sind beeindruckend und ermöglichen 4K-Inhalte mit Bildwiederholraten von bis zu 480 Hz oder unkomprimiertes 8K mit 60 Hz.

GPMI bietet jedoch zwei verschiedene Kabeltypen an. Die Standard-USB-C-Version erreicht die Spitzengeschwindigkeit von HDMI 2.2 mit 96 Gbit/s und bietet zusätzlich eine Leistung von 240 Watt. Das proprietäre GPMI-Kabel vom Typ B geht noch einen Schritt weiter und erreicht massive 192 Gbit/s sowie eine Gesamtleistung von 480 Watt. Für fortgeschrittene Nutzer und Besitzer leistungsstarker Heimkinoanlagen bietet GPMI deutlich höhere technische Möglichkeiten als HDMI.

Warum HDMI weiterhin relevant bleibt

Trotz seiner technischen Überlegenheit steht GPMI vor großen Herausforderungen bei der breiten Markteinführung. Der Fernsehmarkt wird von globalen Marken wie LG, Samsung und Sony dominiert – die allesamt in der GPMI-Koalition auffällig fehlen.

  1. Etabliertes Ökosystem: HDMI ist tief verwurzelt. Von Spielekonsolen bis hin zu Set-Top-Boxen basiert das gesamte Ökosystem auf dem HDMI-Standard.
  2. Marktfragmentierung: Damit GPMI erfolgreich sein kann, bedarf es einer massiven, koordinierten Unterstützung von Content-Erstellern, Hardwareherstellern und Peripheriegeräteherstellern. Ohne die Unterstützung der weltweit größten Unterhaltungselektronikkonzerne riskiert GPMI, eine Nischenlösung zu bleiben.
  3. Frühe Einführung: HDMI 2.2 ist bereits auf dem Markt. Da Verbraucher ihre Displays zunehmend aufrüsten, um diesen neuen Standard zu unterstützen, wird sich die Dynamik des bestehenden HDMI-Frameworks weiter verstärken.

Letztendlich stellt GPMI zwar eine effizientere und leistungsfähigere Zukunft für Kabelverbindungen dar, erinnert aber gleichzeitig daran, dass sich nicht immer die beste Technologie durchsetzt – meist ist es die Technologie, die den Industriestandard erreicht. Solange es keine grundlegenden Veränderungen in den Herstellerallianzen gibt, werden unsere Wohnzimmer wohl weiterhin im HDMI-Zeitalter verharren.

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