Eskalation im Jemen: Huthis drohen nach dem Anschlag auf den Flughafen von Sanaa mit einer „Belagerung“ Saudi-Arabiens.

Nach einem umstrittenen Angriff auf den internationalen Flughafen von Sanaa drohen die Houthi-Rebellen mit einer „Belagerung“ Saudi-Arabiens und der Schließung der Meerenge Bab al-Mandab.

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Staff Writer
Veröffentlicht am 14/07/2026 15:52
Eskalation im Jemen: Huthis drohen nach dem Anschlag auf den Flughafen von Sanaa mit einer „Belagerung“ Saudi-Arabiens.

Spannungen nehmen nach strategischem Angriff auf Flughafen zu

Der fragile Frieden im Jemen steht nach einem gezielten Angriff auf den internationalen Flughafen von Sanaa kurz vor dem Zusammenbruch. Der Vorfall hat eine heftige diplomatische und militärische Auseinandersetzung ausgelöst. Die Houthi-Bewegung – offiziell Ansar Allah genannt – hat als Vergeltung eine Belagerung Saudi-Arabiens angekündigt.

Der Konflikt entbrannte am Montag mit dem Angriff auf die Start- und Landebahn des Flughafens von Sanaa. Während die Houthis Saudi-Arabien für den Angriff verantwortlich machen, hat die international anerkannte jemenitische Regierung die Verantwortung übernommen. Regierungsbeamte erklärten, die Operation sei eine Präventivmaßnahme gewesen, um die Landung eines iranischen Flugzeugs in der von den Houthi kontrollierten Hauptstadt zu verhindern. Sie behaupteten, der Flug diene als Deckmantel für den Transport von militärischer Ausrüstung und Personal der iranischen Revolutionsgarde (IRGC).

Die Reaktion der Houthi und das „Ende der Deeskalation“

Mohammed al-Bukhaiti, ein hochrangiges Mitglied des politischen Büros der Houthi, teilte Al Jazeera mit, die Gruppe betrachte den Angriff als Aggression, die eine symmetrische Antwort rechtfertige. Al-Bukhaiti, der selbst an Bord des umgeleiteten iranischen Fluges war, betonte, Jemen habe nun das Recht, saudische Flughäfen anzugreifen und die zuvor gegen Sanaa verhängte Blockade zu wiederholen.

Die Rhetorik der Houthi-Führung deutet auf einen bedeutenden Strategiewechsel hin. Sprecher Yahya Saree erklärte ausdrücklich, die Ereignisse vom Montag markierten das Ende der „Deeskalationsphase“. Dies ist eine kritische Entwicklung, da sie die vierjährige relative Stabilität nach einem vorübergehenden Waffenstillstand zu zerstören droht. Die Huthis haben bereits mit einem Gegenschlag begonnen und eine Salve ballistischer Raketen auf den internationalen Flughafen Abha im Süden Saudi-Arabiens abgefeuert. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition meldet jedoch, dass diese Geschosse erfolgreich abgefangen wurden.

Ein geopolitisches Pulverfass: Iran und das Rote Meer

Der Zeitpunkt dieser Eskalation ist eng mit der allgemeinen regionalen Instabilität verknüpft. Der umgeleitete Flug beförderte eine Huthis-Delegation, die von der Beerdigung des verstorbenen iranischen Obersten Führers Ali Khamenei aus Teheran zurückkehrte. Dies verleiht dem Konflikt zusätzliche Komplexität und positioniert den Jemen als Hauptfront in den anhaltenden Spannungen zwischen Iran, den Vereinigten Staaten und Israel.

Abgesehen vom Luftraum liegt die alarmierendste Bedrohung im maritimen Bereich. Mohammed al-Bukhaiti bestätigte, dass „alle Optionen auf dem Tisch liegen“ und bezog sich dabei insbesondere auf die Meerenge Bab al-Mandab. Als einer der wichtigsten Schifffahrtsknotenpunkte der Welt könnte jede Störung hier, gepaart mit der bestehenden Instabilität in der Straße von Hormus, eine globale Wirtschaftskrise auslösen, indem sie Energielieferungen und den Handel lahmlegt.

Globale Auswirkungen und das Risiko eines umfassenden Krieges

Die internationale Gemeinschaft beobachtet mit Sorge, wie die Zusammenstöße der Houthi-Regierung in Hodeidah und der Kampf um den Zugang zum Flughafen eine Rückkehr zu offenen Kriegshandlungen signalisieren. Die jemenitische Regierung erklärte vor dem UN-Sicherheitsrat, der Iran nutze diese Flüge, um den Rebellen Know-how und Ausrüstung mit doppeltem Verwendungszweck zu liefern und die Region weiter zu militarisieren. Da die Huthis zugesagt haben, die Luftbrücke zwischen Sanaa und Teheran um jeden Preis offenzuhalten, und die jemenitische Regierung Flüge mit Verbindungen zu den Revolutionsgarden untersagt, droht der Region ein Teufelskreis der Vergeltungsmaßnahmen, der entweder zu einer Verhandlungslösung oder zu einem verheerenden Wiederaufflammen des Krieges führen könnte.

Quelle: www.aljazeera.com

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