Eskalation im Golf: USA starten Angriffe auf mehrere iranische Städte inmitten einer neuen Seeblockade
Die USA haben umfangreiche Angriffe auf iranische Küstenstädte gestartet und eine Seeblockade in der Straße von Hormus verhängt, was Vergeltungsangriffe des Irans auf der anderen Seite des Golfs auslöste.

Irans Vergeltung: Eine regionale Eskalation
Als Reaktion auf die US-Bombenangriffe startete das iranische Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) eine vielschichtige Vergeltungsstrategie gegen US-Verbündete und militärische Einrichtungen in der gesamten Region.
- Vereinigte Arabische Emirate: Die Regierung der VAE bestätigte, dass zwei ihrer Öltanker in omanischen Gewässern von iranischen Marschflugkörpern getroffen wurden. Tragischerweise kam dabei ein indisches Besatzungsmitglied ums Leben, acht weitere wurden verletzt.
- Kuwait und Bahrain: Iranische Streitkräfte setzten Drohnen und Raketen gegen US-Militärinfrastruktur ein. In Kuwait umfassten die Ziele Patriot-Raketensysteme, Munitionsdepots und Kommunikationszentren. In Bahrain behauptete die Revolutionsgarde, die US-Fünfte Flotte und den Stützpunkt al-Juffair angegriffen und dabei Satellitenkommunikation und Waffenlager ins Visier genommen zu haben.
- Jordanien: Die jordanische Armee meldete den Abfang von vier aus dem Iran abgefeuerten Raketen. Obwohl die Revolutionsgarde Angriffe auf US-Luftwaffenstützpunkte in Jordanien einräumte, stellte sie in einer Erklärung klar, dass sie keinerlei Feindseligkeit gegenüber dem jordanischen Volk hege und die Operation als Protest gegen die US-Intervention im Gaza-Konflikt darstellte.
Die Bedrohung durch den „Spitzhackenberg“ und die Seeblockaden
Zusätzlich zu den Spannungen hat Präsident Trump eine direkte Warnung bezüglich des Kuh-e Kolang Gaz La, im Volksmund als „Spitzhackenberg“ bekannt, ausgesprochen. Dieses Gelände, auf dem sich mutmaßlich Nuklearanlagen in der Nähe der Urananreicherungsanlage Natanz befinden, ist zu einem Hauptziel in Trumps Strategie zur Zerschlagung des iranischen Atomprogramms geworden.
Gleichzeitig hat die US-Marine über das Gemeinsame Maritime Informationszentrum (JMIC) eine umfassende Blockade aller iranischen Häfen und Terminals entlang ihrer Südküste verhängt. Dieser Schritt soll den Iran wirtschaftlich und militärisch isolieren, erhöht aber das Risiko eines umfassenden Seekriegs erheblich.
Wirtschaftliche Schockwellen und politische Pattsituation
Die geopolitische Instabilität hat sich unmittelbar auf die globalen Märkte ausgewirkt. Der Preis für Brent-Rohöl stieg um über 9 % und erreichte rund 81 US-Dollar pro Barrel. Schifffahrtsdaten von Kpler zeigen einen dramatischen Rückgang der Schiffsdurchfahrten durch die Straße von Hormus um 52 % zwischen dem 10. und 12. Juli, da Handelsschiffe aus dem Kampfgebiet fliehen. Trotz der Gewalt deutete Präsident Trump an, dass ein Abkommen „noch möglich“ sei, forderte aber gleichzeitig von den wohlhabenden Golfstaaten einen finanziellen Beitrag zur US-amerikanischen maritimen Sicherheit. Unterdessen arbeitet das iranische Parlament an der Verankerung seiner Verteidigungsstrategie für die Straße von Hormus. Ebrahim Azizi vom Nationalen Sicherheitsausschuss brachte einen Gesetzentwurf zur Verwaltung der Wasserstraße ein und signalisierte damit, dass Teheran seine „roten Linien“ nicht aufgeben wird.