Die globalen Ölmärkte geraten durch die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus unter Druck.

Die Ölpreise steigen sprunghaft an, da die USA und der Iran im Streit um die Kontrolle der Straße von Hormus militärische Schläge austeilen, was die globale Schifffahrt bedroht und die asiatischen Märkte destabilisiert.

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Staff Writer
Veröffentlicht am 13/07/2026 03:45
Die globalen Ölmärkte geraten durch die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus unter Druck.

Geopolitische Spannungen befeuern die Energiemärkte

Die globalen Ölpreise sind nach einer gewaltsamen Eskalation der Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sprunghaft angestiegen. Hauptbrennpunkt bleibt die Straße von Hormus, eine schmale, aber strategisch wichtige Wasserstraße und der wichtigste Engpass für den Öltransport weltweit. Brent-Rohöl, die internationale Referenzsorte für Ölpreise, verteuerte sich am Montag um mehr als 4 Prozent, was die Besorgnis der Anleger über eine mögliche längerfristige Unterbrechung der Energieversorgung widerspiegelt.

Um 3:00 Uhr GMT erreichten die Brent-Futures für die Lieferung im September 79,17 US-Dollar pro Barrel und damit den höchsten Stand seit Ende Juni. Dieser plötzliche Preisanstieg erfolgt vor dem Hintergrund gegenseitiger Militärschläge von Washington und Teheran, die ein erst wenige Wochen zuvor geschlossenes, fragiles Friedensabkommen faktisch zunichtemachen.

Militärische Eskalation und der Kampf um die Schifffahrt

Die aktuelle Krise spitzte sich zu, nachdem das US Central Command (CENTCOM) eine Reihe aggressiver Manöver iranischer Streitkräfte gemeldet hatte. Das US-Militär startete eine Angriffswelle mit dem Ziel, die militärischen Fähigkeiten Irans zu schwächen und dabei insbesondere Infrastrukturen anzugreifen, die zur Bedrohung der Handelsschifffahrt genutzt werden. Diese Reaktion erfolgte auf Anschuldigungen, iranische Streitkräfte hätten die MV GFS Galaxy, ein unter zyprischer Flagge fahrendes Containerschiff, das die Straße von Hormus durchquerte, „offensichtlich“ angegriffen. In einer scharfen Erklärung betonte das US-Zentralkommando (CENTCOM), dass die Straße von Hormus ein wichtiger Korridor für den Welthandel sei und dass Iran keine souveräne Kontrolle darüber ausübe. „Die US-Streitkräfte sind bereit, die freie Schifffahrt für die Handelsschifffahrt trotz der anhaltenden, unberechtigten Aggression Irans zu gewährleisten“, erklärte das Kommando. Teheran reagierte mit einer massiven Vergeltungskampagne und feuerte eine Flut von Raketen und Drohnen auf mehrere benachbarte Golfstaaten ab, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Kuwait, Oman und Bahrain. Gleichzeitig warnte die iranische Behörde für die Straße von Persischem Golf, dass Schiffe, die sich weigern, die „bevorzugten Routen“ zu befolgen, ihre Garantien für eine sichere Passage verlieren würden. Das rechtliche und physische Risiko liege somit vollständig bei den Reedern und Kapitänen.

Dramatischer Rückgang des Schiffsverkehrs

Die Auswirkungen auf den Welthandel waren unmittelbar und gravierend. Daten der maritimen Informationsplattform Windward zeigen einen drastischen Rückgang der Schiffsbewegungen. Vor Ausbruch des Konflikts durchquerten täglich etwa 130 Schiffe die Straße von Persischem Golf – das entsprach einem Fünftel des weltweiten Ölhandels. Im Gegensatz dazu zeigen aktuelle Aufzeichnungen nur noch eine Handvoll Schiffe, die es wagen, die Straße zu passieren.

Zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen wurden lediglich sechs Schiffe bei der Durchfahrt der Straße von Persischem Golf gesichtet, verglichen mit 18 bis 22 täglichen Durchfahrten Anfang des Monats. Dieser Einbruch des Schiffsverkehrs unterstreicht das hohe Risiko, das derzeit mit der Region verbunden ist, da Reedereien das Gebiet meiden, um Beschlagnahmungen oder Angriffe zu verhindern.

Expertenanalyse: Werden die Preise weiter steigen?

Marktanalysten sind sich uneins, ob dies zu einem langfristigen Preisanstieg führen wird. Mukesh Sahdev, Gründer von XAnalysts, geht davon aus, dass der Brent-Preis im August und September voraussichtlich um die 70 US-Dollar schwanken wird. Er merkt an, dass geopolitische Unsicherheit zwar Preisspitzen verursacht, viele Raffinerien ihre Beschaffungsstrategien jedoch bereits angepasst haben, um die Abhängigkeit von Rohöl aus dem Nahen Osten zu verringern.

Fabien Yip von IG merkte ebenfalls an, dass die „Risikoprämie“ die Preise zwar derzeit stützt, eine Wiederholung der extremen Preisspitzen zu Beginn des Krieges jedoch unwahrscheinlich ist. Dies ist auf die schleppende Erholung der globalen Nachfrage und ein umfassenderes Überangebot an Öl infolge der Ausweitung der OPEC+-Förderquoten zurückzuführen.

Globale wirtschaftliche Auswirkungen

Die Instabilität im Nahen Osten wirkt sich nicht nur auf den Ölpreis aus, sondern löst auch Schockwellen an den internationalen Finanzmärkten aus. Die wichtigsten asiatischen Aktienindizes brachen am Montag als Reaktion auf die Nachrichten ein. Der japanische Nikkei 225 fiel um über 1 Prozent, während der südkoreanische Kospi einen starken Einbruch von mehr als 5 Prozent verzeichnete. Dies unterstreicht die enge Verknüpfung zwischen der Sicherheit im Nahen Osten und der globalen Wirtschaftsstabilität.

Quelle: www.aljazeera.com

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