Der pro-palästinensische Aktivist Mahmoud Khalil hat Klage eingereicht und behauptet, die Regierung von Trump bilde eine staatlich geförderte Verschwörung.
Der pro-palästinensische Aktivist Mahmoud Khalil verklagt Beamte der Trump-Regierung und die Heritage Foundation wegen angeblicher Verschwörung zur Verfolgung nicht-palästinensischer Aktivisten im Rahmen des „Projekts Esther“.

Rechtsstreit gegen gezielte Abschiebung
In einer bedeutenden juristischen Auseinandersetzung mit der aktuellen US-Regierung hat Mahmoud Khalil, ein prominenter pro-palästinensischer Aktivist und Inhaber einer Green Card, eine umfassende Klage beim Bundesbezirksgericht in Manhattan eingereicht. Die Klage wirft hochrangigen Beamten der Regierung von Präsident Donald Trump und mehreren konservativen Organisationen eine koordinierte Verschwörung vor, die darauf abzielte, politische Opposition zu unterdrücken und Khalil zwangsweise aus dem Land zu entfernen.
Die Klage zielt auf Schadensersatz und eine einstweilige Verfügung ab, um zu verhindern, dass Aspekte der mutmaßlichen Verschwörung zur Rechtfertigung laufender Abschiebungsverfahren herangezogen werden. Für Khalil geht es in diesem Fall um mehr als seinen persönlichen Kampf; er zielt darauf ab, ein umfassenderes Muster staatlicher Überwachung und Repression aufzudecken.
Der Plan des „Projekts Esther“
Im Zentrum der Klage steht die Behauptung, dass die Heritage Foundation, eine einflussreiche konservative Denkfabrik, ein Strategiehandbuch mit dem Namen „Projekt Esther“ entwickelt hat. Laut Gerichtsakten war dieser Plan darauf ausgelegt, die wachsende pro-palästinensische Bewegung in den Vereinigten Staaten zu zerschlagen, indem einflussreiche Nicht-Staatsbürger identifiziert und legitimes politisches Engagement für palästinensische Rechte mit antijüdischen Ressentiments gleichgesetzt wurde.
Die Klage wirft der Heritage Foundation weiterhin vor, nicht allein gehandelt zu haben. Sie behauptet, die Organisation habe ein Netzwerk privater Gruppen genutzt, um diese Strategie umzusetzen, darunter Betar, eine rechtsextreme zionistische Jugendbewegung, und Canary Mission, eine Gruppe, die für die anonyme Überwachung und das „Doxxing“ pro-palästinensischer Aktivisten bekannt ist. Gemeinsam lieferten diese Gruppen Berichten zufolge die notwendigen Informationen, um Personen für eine Abschiebung zu identifizieren.
Hochkarätige Angeklagte und politische Verbindungen
Die Klage nennt mehrere Schlüsselfiguren der Trump-Administration und legt damit eine direkte Verbindung zwischen privater konservativer Strategie und staatlichem Handeln nahe. Die Klageschrift verweist insbesondere auf Stephen Miller, einen hochrangigen Berater des Weißen Hauses, und verweist auf seine umfangreiche Arbeit mit der Heritage Foundation vor Trumps zweiter Amtseinführung im Januar 2025. Weitere hochrangige Beklagte in der Klage sind: Marco Rubio, US-Außenminister; Kristi Noem und Markwayne Mullin, ehemalige und amtierende Minister für Innere Sicherheit; Todd Blanche, amtierender Generalstaatsanwalt. Eine Chronologie der Inhaftierung und der juristischen Manöver: Mahmoud Khalils Leidensweg begann am 8. März 2025 mit seiner Verhaftung durch Bundesbeamte, was zu einer 104-tägigen Inhaftierung in einer Einwanderungseinrichtung in Louisiana führte. Als ehemaliger Studentenaktivist an der Columbia University wurde Khalil zu einer Symbolfigur für die Kritik an der Vorgehensweise der Regierung gegenüber den pro-palästinensischen Protesten.
Obwohl ein Bundesrichter in New Jersey im Juni 2025 seine Freilassung anordnete, legte die Trump-Regierung erfolgreich Berufung gegen die Entscheidung ein und argumentierte, das Gericht sei nicht zuständig. Derzeit ist ein Aufschub in Kraft, der seine sofortige Abschiebung verhindert, während der Fall auf eine mögliche Überprüfung durch den Obersten Gerichtshof wartet.
Die Position der Regierung vs. der Verteidigung
Das Weiße Haus hat stets betont, dass die gegen Khalil ergriffenen Maßnahmen auf rechtlichen Unregelmäßigkeiten beruhen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Abigail Jackson, erklärte, Khalil habe in seinem Einwanderungsantrag falsche Angaben zu seiner Person gemacht, indem er seine Tätigkeit für das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) verschwiegen habe. UNRWA hat dieser Behauptung jedoch widersprochen und klargestellt, dass Khalil lediglich kurzzeitig Praktikant war und nie offiziell bei der Organisation angestellt war.
Baher Azmy, Rechtsdirektor des Center for Constitutional Rights und Khalils Anwältin, berief sich auf den Ku-Klux-Klan-Act von 1871 und argumentierte, die Regierung gehe eine „öffentlich-private Partnerschaft“ ein, um einem Bürger rechtswidrig seine verfassungsmäßigen Rechte zu entziehen. „In diesem Fall geht es darum, dass die gesamte Regierung der Vereinigten Staaten zusammenarbeitet und die repressive Macht des Staates rechtswidrig einsetzt, um jemanden ins Visier zu nehmen und ins Gefängnis zu bringen“, erklärte Azmy auf einer Pressekonferenz in New York.