„Das ist völliger Unsinn“: Regisseur von Clair Obscur verteidigt rundenbasierte Rollenspiele vehement gegen moderne Kritik

Guillaume Broché, der Regisseur von Clair Obscur, wehrt sich gegen Kritiker, die rundenbasierte Rollenspiele als veraltet bezeichnen, und nennt diese Behauptung „völligen Unsinn“. Er verteidigt die strategische Tiefe des Genres.

A
Staff Writer
Veröffentlicht am 07/07/2026 09:41

Die ewige Debatte: Rundenbasiertes vs. Echtzeit-Kampfsystem

In der sich ständig weiterentwickelnden Welt der Rollenspiele (RPGs) hält sich eine immer wiederkehrende Debatte: Ist das rundenbasierte Kampfsystem ein Relikt der Vergangenheit oder eine zeitlose Säule strategischer Spiele? Für Guillaume Broché, den Regisseur des mit Spannung erwarteten Clair Obscur: Expedition 33, ist die Annahme, rundenbasierte Kämpfe seien „veraltet“ oder „langweilig“, nicht nur falsch – sie ist, in seinen Worten, „völliger Unsinn“.

Während die Spieleindustrie auf nahtlosere, actionorientierte Kampfsysteme setzt, verteidigt Broché entschieden die intellektuelle und emotionale Tiefe, die rundenbasierte Mechaniken bieten. Er argumentiert, dass das Genre alles andere als tot ist und vielmehr reif für Innovationen.

Verteidigung der Strategie des Rundenkampfs

Der Kern der Kritik an rundenbasierten RPGs liegt meist im vermeintlichen Mangel an Dynamik. Kritiker argumentieren oft, dass das Warten auf den eigenen Zug die Spannung und Immersion eines Kampfes mindert. Broché entgegnet jedoch, dass diese Sichtweise den grundlegenden Reiz des Genres verkennt: die Strategie. Laut dem Regisseur ermöglicht das bedächtige Tempo rundenbasierter Kämpfe den Spielern, sich intensiver mit den Spielmechaniken auseinanderzusetzen. Es verwandelt einen Kampf von einem Reflextest in ein taktisches Rätsel, bei dem Intelligenz und Planung die wichtigsten Werkzeuge für den Sieg sind. Indem sie diesen Spielstil ablehnen, ignorieren Kritiker die Befriedigung, die sich aus der Umsetzung einer perfekten Strategie über mehrere Runden ergibt. Innovation innerhalb der Tradition: Die Vision für Expedition 33. Obwohl Broché ein überzeugter Verfechter des rundenbasierten Systems ist, klammert er sich nicht einfach an die Nostalgie. Clair Obscur: Expedition 33 will die Lücke zwischen klassischer Strategie und modernem Spielerlebnis schließen. Ziel ist es, das rundenbasierte Spielerlebnis so zu verfeinern, dass es sich reaktionsschnell und spannend anfühlt, ohne dabei den durchdachten Entscheidungsprozess zu beeinträchtigen.

Das Entwicklerteam konzentriert sich darauf, ein System zu schaffen, in dem sich jede Entscheidung bedeutsam anfühlt und die visuelle Präsentation die Wichtigkeit jeder Runde unterstreicht. Durch die Kombination von hochauflösender Grafik mit einem ausgefeilten Kampfsystem will das Spiel beweisen, dass rundenbasierte Mechaniken genauso filmreif und packend sein können wie Echtzeit-Actionspiele.

Ein Aufruf zu mehr Vielfalt im Spieldesign

Brochés Plädoyer ist gleichzeitig ein allgemeineres Plädoyer für mehr Vielfalt auf dem Spielemarkt. Er argumentiert, dass die Tendenz der Branche, sich auf einen einzigen „modernen“ Kampfstandard zu konzentrieren, die Kreativität einschränkt. Das Comeback rundenbasierter Elemente in diversen erfolgreichen Titeln beweist, dass nach wie vor ein riesiges Interesse an Spielen besteht, die nicht nur die Steuerung, sondern auch das Denkvermögen fordern.

Für das Team von Clair Obscur ist die Mission klar: das Erbe des Rollenspiels zu ehren und gleichzeitig die Grenzen dessen, was rundenbasierte Kämpfe auf der aktuellen Hardware-Generation leisten können, zu erweitern.

Ähnliche Beiträge