Das Ende physischer Datenträger? Der Publisher von GTA 6 löst Empörung aus, indem er PlayStations Umstieg auf digitale Medien verteidigt.
Take-Two-Chef Strauss Zelnick löst Empörung aus, indem er behauptet, physische Datenträger seien „nicht mehr sinnvoll“ und verteidigt den Wechsel zu digitalen Versionen für GTA 6 und PlayStation.

Die digitale Kluft: Physische Medien vs. digitaler Komfort
Während die Gaming-Welt gespannt auf die nächste große Präsentation von Grand Theft Auto VI (GTA 6) wartet, braut sich ein neuer Sturm zusammen. Es geht nicht um Gameplay-Leaks oder Kartengrößen, sondern um das Medium selbst, über das wir Spiele konsumieren. Strauss Zelnick, CEO von Take-Two Interactive – der Muttergesellschaft von Rockstar Games – hat in der Gaming-Community einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, indem er den Kurswechsel der Branche weg von physischen Datenträgern öffentlich verteidigte.
Jahrzehntelang war die physische Spielhülle ein fester Bestandteil des Hobbys und symbolisierte Besitz, Sammlerwert und eine greifbare Verbindung zum Kunstwerk. Zelnick hat jedoch kürzlich eine völlig andere Meinung geäußert und angedeutet, dass die Ära der Disc praktisch vorbei ist.
„Discs machen keinen Sinn mehr“: Zelnicks kühne Behauptung
Auf einer Investorenkonferenz wurde Zelnick kürzlich zur sich wandelnden Landschaft des Spielevertriebs befragt, insbesondere im Hinblick auf PlayStations strategischen Schritt, physische Datenträger schrittweise abzuschaffen. Seine Antwort war unmissverständlich: „Discs machen für Verbraucher keinen Sinn mehr.“
Zelnick argumentierte, dass das digitale Ökosystem für den modernen Nutzer weitaus praktischer sei, und zitierte eine beeindruckende Statistik aus den Finanzberichten von Take-Two. Laut dem CEO werden mittlerweile rund 90 % der Verkäufe digital abgewickelt. Ein genauerer Blick auf das letzte Geschäftsquartal des Unternehmens offenbart eine noch extremere Diskrepanz: Der Nettoumsatz verteilt sich zu rund 98 % auf digitale Downloads gegenüber physischen Verkäufen.
Die PlayStation-Partnerschaft und die „Code in a Box“-Kontroverse
Der Zeitpunkt dieser Äußerungen hat branchenweit für Aufsehen gesorgt. PlayStation kündigte kürzlich an, die Veröffentlichung physischer Spielformate bis 2028 deutlich einzuschränken oder ganz einzustellen. Viele Analysten und Fans bemerkten die Übereinstimmung zwischen Sonys Ankündigung und Take-Twos kontroverser Vorgehensweise bei GTA 6.
Es kursieren bereits Gerüchte und Berichte über eine „physische Edition“ von GTA 6, bei der es sich möglicherweise lediglich um einen „Code in a Box“ handelt – eine Praxis, bei der Kunden für eine physische Verpackung bezahlen, aber nur einen digitalen Download-Key darin erhalten.
Viele sehen diesen Schritt als zynischen Versuch, die Präsenz im Einzelhandel aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Kosten für die Herstellung und den Vertrieb physischer optischer Datenträger zu eliminieren.
Eine Community im Aufruhr: Eigentum vs. Lizenzierung
Die Reaktion der Gaming-Community war prompt und vernichtend. Auf Social-Media-Plattformen wie X (ehemals Twitter) äußern Spieler ihre Frustration über den Verlust des echten Eigentums. Digitale Käufe sind technisch gesehen Lizenzen, die widerrufen oder unzugänglich gemacht werden können, wenn ein Shop schließt, während eine Disc ein dauerhaftes Gut bleibt.
„Ich liebe die Wahlfreiheit. Ich liebe Discs und ich liebe es, eine Sammlung zu haben. Ich liebe es, das zu besitzen, was ich kaufe“, teilte ein verzweifelter Gamer mit. Ein anderer Nutzer ging noch weiter und kündigte einen kompletten Boykott von GTA 6 an: „Sie machen das, um Kosten zu sparen und die Konsumenten in Richtung digitaler Versionen zu drängen. Es geht um Profit, nicht um Komfort.“
Blick auf November 2026
Trotz der zunehmenden Kritik bleibt GTA 6 der am meisten erwartete Titel des Jahrzehnts. Mit einem geplanten Release am 19. November 2026 wird erwartet, dass das Spiel alle Verkaufsrekorde der Geschichte brechen wird. Da Rockstar und Take-Two jedoch weiterhin auf rein digitale Strategien und restriktive Inhaltsstufen setzen (wie beispielsweise die Reservierung bestimmter Features für eine „Ultimate Edition“), spitzt sich die Spannung zwischen Unternehmenseffizienz und Verbraucherrechten zu.
Ob die Empörung eine Rückkehr zu physischen Medien erzwingen oder lediglich eine Fußnote im unvermeidlichen digitalen Wandel bleiben wird, bleibt abzuwarten.