Bundesrichter kippt Trumps Vergleich mit der Steuerbehörde IRS wegen „Selbstbereicherung“ und Missbrauchs der Gerichte.
Ein US-Bundesrichter hat Donald Trumps Vergleich mit der Steuerbehörde IRS für ungültig erklärt und dabei Selbstbereicherung und den Missbrauch des Gerichtssystems zur Schaffung eines „Anti-Waffenfonds“ angeführt.

Gerichtliche Rüge des Präsidentenvergleichs
In einem bedeutenden juristischen Rückschlag für die Regierung hat die US-Bezirksrichterin Kathleen Williams einen zivilrechtlichen Vergleich zwischen Präsident Donald Trump und dem Justizministerium (DOJ) für ungültig erklärt. Das am Montag ergangene Urteil charakterisiert die Vereinbarung als unrechtmäßigen Akt der „Selbstbereicherung“ und legt nahe, dass das Rechtssystem manipuliert wurde, um dem Präsidenten und seinen Vertrauten finanzielle und rechtliche Vorteile zu verschaffen.
Ursprung des Streits: Die 10-Milliarden-Dollar-Klage
Die Kontroverse begann im Januar, als Präsident Trump eine massive Klage in Höhe von 10 Milliarden Dollar gegen die Steuerbehörde (IRS) einreichte. In der Klage wurde behauptet, die Behörde habe es versäumt, die unbefugte Weitergabe seiner Steuererklärungen während seiner ersten Amtszeit zu verhindern. Anstatt jedoch ein traditionelles Gerichtsverfahren anzustrengen, schloss das Justizministerium – also jene Behörde, die die Interessen der Regierung vertreten soll – eine weitreichende Vereinbarung mit dem Präsidenten.
Der „Anti-Waffenfonds“ und die Steuerbefreiung
Kern der aufgehobenen Einigung war die Zuweisung von 1,8 Milliarden US-Dollar an einen neu geschaffenen Fonds. Dieser „Anti-Waffenfonds“ sollte Einzelpersonen und Organisationen entschädigen, die nach Angaben der Regierung Opfer staatlicher „Waffenisierung“ und „Rechtskriegsführung“ geworden waren. Neben der finanziellen Zuweisung gewährte die Einigung Präsident Trump weitreichende Steuervorteile und schützte ihn so effektiv vor bestimmten steuerlichen Verpflichtungen.
Richter Williams’ Feststellungen: Fehlende Interessenkonflikte
Richter Williams’ Urteil basiert auf der grundlegenden Rechtsvoraussetzung, dass die Parteien in einem Zivilprozess tatsächlich gegensätzliche Interessen haben müssen. In diesem Fall stellte sie fest, dass Trump und das Justizministerium keine gegnerischen Kräfte waren, sondern vielmehr zusammenarbeiteten, um ein vorbestimmtes Ergebnis zu erzielen.
„Die Art der Klage selbst und das Verhalten der Parteien und ihrer Anwälte seit der Einreichung machen deutlich, dass es sich um den Versuch handelte, das Gericht zu instrumentalisieren, um einer Vereinbarung zur Gewährung von Immunität an Personen und Organisationen mit Verbindungen zum Präsidenten Legitimität zu verleihen“, schrieb Williams. Sie betonte ferner, dass die Zweckbindung von Milliarden von Steuergeldern zur Behebung von nicht gesetzlich definierten Beschwerden einen Verstoß gegen den Zweck der Justiz darstelle.
Politische und ethische Folgen
Das Urteil fällt in einem heiklen Moment für die Regierung. Obwohl der „Anti-Waffenfonds“ nach parteiübergreifender Kritik von Republikanern und Demokraten bereits abgeschafft worden war, verschärft die Entscheidung der Richterin die politische Kontroverse um einen weiteren Aspekt juristischen Fehlverhaltens.
Die Folgen dürften insbesondere für den amtierenden Justizminister Todd Blanche schwerwiegend sein. Richter Williams hob insbesondere Blanches Rolle hervor und bemerkte dessen „offensichtliche Fähigkeit, während des gesamten Verfahrens sowohl für Kläger als auch für Beklagte zu sprechen“. Diese Enthüllung könnte Blanches bevorstehende Anhörung zur Bestätigung seiner Ernennung, die für nächste Woche angesetzt ist, gefährden.
Verweise wegen Verstößen gegen die Anwaltsethik
Die gerichtliche Überprüfung erstreckt sich über die Führungsriege der Regierung hinaus. Richter Williams hat Alejandro Brito, einen Anwalt Trumps, sowie hochrangige Beamte des Justizministeriums, die dem Vergleich zugestimmt haben, an die zuständigen Anwaltskammern der Bundesstaaten verwiesen. Diese Verweisungen sollen klären, ob die Beamten gegen die berufsrechtliche Ethik verstoßen haben, indem sie einen Vergleich ermöglichten, den das Gericht nun als Missbrauch des Gerichtsverfahrens eingestuft hat.