Bei einer Großdemonstration gegen die indische Regierung kam es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und „Kakerlaken“-Demonstranten.
Tausende Aktivisten der „Kakerlaken“-Bewegung sahen sich in Neu-Delhi Polizeieinsätzen ausgesetzt, als sie zum indischen Parlament marschierten, um Bildungsreformen und Rechenschaftspflicht zu fordern.

Spannungen in Neu-Delhi eskalieren
In einer dramatischen Eskalation der anhaltenden Unruhen versammelten sich am Montag über 10.000 Demonstranten vor dem indischen Parlament in Neu-Delhi und sahen sich einem brutalen Vorgehen der Polizei gegenüber. Die Demonstranten, die die von Jugendlichen angeführte „Kakerlaken“-Bewegung repräsentierten, wurden mit Tränengas und Schlagstöcken beschossen, als sie den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan forderten. Der Protest, der eine erhebliche Herausforderung für die Regierung von Premierminister Narendra Modi darstellt, spiegelt die wachsende Frustration der Bevölkerung über Korruption und systemisches Versagen innerhalb der indischen Eliteprüfungsinfrastruktur wider.
Ursprünge der „Kakerlaken“-Bewegung
Die Bewegung erhielt ihren ungewöhnlichen Namen nach einer abfälligen Bemerkung eines Richters des Obersten Gerichtshofs, der arbeitslose Jugendliche mit „Kakerlaken“ verglich. In einem Akt des Widerstands machten sich die Demonstranten die Beleidigung zu einem Ehrenzeichen und gründeten die „Kakerlaken-Partei“. Was als eine Reihe viraler satirischer Memes im Internet begann, hat sich rasant zu einer beeindruckenden Straßenbewegung entwickelt, die Tausende junger Menschen im ganzen Land mobilisiert.
Systemisches Versagen und Verzweiflung der Studierenden
Die Proteste wurden durch das jüngste Missmanagement der nationalen medizinischen Aufnahmeprüfungen zusätzlich angeheizt. Nach einem weit verbreiteten Leck von Prüfungsunterlagen war die Regierung gezwungen, die Ergebnisse von 2,2 Millionen Studierenden zu annullieren und sie zu zwingen, die wichtige Prüfung unter strengen und stressigen Bedingungen erneut abzulegen. Berichten zufolge trug die daraus resultierende psychische Belastung zu über einem Dutzend Selbstmorden von Studierenden bei und verstärkte die Forderung nach institutioneller Verantwortung.
Reaktion der Regierung und anhaltende Pattsituation
Die Regierung versuchte, die Gegenreaktion abzumildern, indem sie Aktivisten zu einem Treffen mit hochrangigen Kabinettsministern einlud. Dieser Schritt wurde jedoch von den Anführern der Proteste mit Skepsis aufgenommen. Die Verhaftung des Gründers der Bewegung, Abhijeet Dipke, und die aggressive Vorgehensweise der Polizei bei der Auflösung der Demonstration haben die Demonstranten nur noch weiter angestachelt. Zu Beginn der Monsun-Sitzungsperiode des Parlaments hat die Kakerlakenbewegung ihre Absicht bekräftigt, den Druck trotz der Risiken durch die anhaltenden Polizeieinsätze aufrechtzuerhalten.