Tragödie für JRPG-Fans: Nacon schließt offiziell das Midgar-Studio und lässt „Edge of Memories“ in der Schwebe.
Nacon hat Midgar Studio offiziell geschlossen, wodurch die Zukunft des mit Spannung erwarteten JRPGs „Edge of Memories“ ungewiss bleibt. Lesen Sie mehr über die 18-jährige Geschichte des Studios.

Ein plötzliches Ende einer kreativen Vision
Die Spielebranche befindet sich weiterhin in einer turbulenten Phase, geprägt von Instabilität und Umstrukturierungen. Nacon hat die Schließung von Midgar Studio, dem in Montpellier ansässigen Entwicklerstudio, das für seine Verbindung französischer Kreativität mit japanischem Spielgefühl bekannt war, offiziell bestätigt – ein schwerer Schlag für die Indie-JRPG-Szene. Die Nachricht kommt für die Fans völlig überraschend, die gespannt auf das nächste ambitionierte Projekt des Studios gewartet hatten.
Die Ankündigung erfolgte in einem emotionalen LinkedIn-Post von Jérémy Zeler-Maury, dem Gründer von Midgar Studio. Zeler-Maury äußerte sein tiefes Bedauern und gab bekannt, dass trotz umfassender Bemühungen, einen Käufer oder strategischen Partner zur Rettung des Unternehmens zu finden, das Gericht die Liquidation des Studios offiziell angeordnet hat.
Achtzehn Jahre Leidenschaft und Innovation
Das 2008 gegründete Midgar Studio entstand aus der „verrückten Idee“, Spiele zu entwickeln, die die Kluft zwischen westlichen und östlichen Designphilosophien überbrücken. Fast zwei Jahrzehnte lang schuf sich das Studio eine einzigartige Nische in der Branche und produzierte Titel, die Wert auf Grafik und atmosphärisches Storytelling legten.
Das Vermächtnis des Studios wird durch zwei Hauptveröffentlichungen geprägt:
Hover: Revolt of Gamers (2017/2018): Ein energiegeladener Titel, der an Jet Set Radio erinnert und für PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch erschien.
Edge of Eternity (2021/2022): Ein klassisches rundenbasiertes JRPG, das für seine Weltgestaltung und Kampfmechaniken gelobt wurde und Midgars Ruf als fähiger Entwickler tiefgründiger, komplexer Spielerlebnisse festigte.
In seiner Abschiedsbotschaft lobte Zeler-Maury sein Team und erklärte, dass das Studio mehr als nur ein Unternehmen war – es war ein Kollektiv talentierter Menschen, die in 18 Jahren harter Arbeit eine Vision in die Realität umgesetzt hatten.
Das Schicksal von 'Edge of Memories'
Die größte Sorge der Community gilt dem Status von Edge of Memories. Als spiritueller Nachfolger von Edge of Eternity wurde das Spiel mit Spannung erwartet und sollte 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S erscheinen.
Aktuell ist die Zukunft des Projekts ungewiss. Nacon hat keinen klaren Fahrplan vorgelegt, ob das Spiel von einem anderen Studio fertiggestellt oder das Projekt im Zuge der Schließung des Studios komplett eingestellt wird. Angesichts der eigenen finanziellen Schwierigkeiten von Nacon ist die Möglichkeit einer vollständigen Einstellung des Projekts durchaus gegeben, obwohl die Fans hoffen, dass der Projektfortschritt noch gerettet werden kann.
Ein Warnsignal für die Branche
Die Schließung von Midgar Studio ist kein Einzelfall. Von Massenentlassungen bei großen Publishern wie Xbox und PlayStation bis hin zum Zusammenbruch kleinerer, unabhängiger Studios – die Branche kämpft derzeit mit den Folgen der Pandemie. Der Verlust eines spezialisierten Studios wie Midgar verdeutlicht die Verwundbarkeit mittelständischer Entwicklerstudios, denen die massive finanzielle Absicherung eines First-Party-Publishers fehlt.
Mit dem Ende des Studios in Montpellier appelliert Zeler-Maury an die Branche, die freigewordenen Talente seines Teams wertzuschätzen und betont, dass die Erfahrung und der Wert der Mitarbeiter trotz des Niedergangs des Unternehmens erhalten bleiben.