Sci-Fi-Recovery: Ein Blick in Wimbledons neue, 128.000 Pfund teure Ammortal-Kammer
Erkunden Sie die 128.000 Pfund teure Ammortal Chamber in Wimbledon, ein futuristisches Regenerationsgerät, das mit Wasserstoffgas und Lichttherapie arbeitet, um Elite-Tennisspieler zu verjüngen.

Die neue Ära der Tennis-Regeneration
Wimbledon war schon immer ein Hort der Tradition, vom strengen Dresscode in Weiß bis hin zum Genuss von Erdbeeren mit Sahne. Doch hinter den Kulissen des All England Club vollzieht sich eine futuristische Revolution. Die Einführung einer 128.000 Pfund teuren Hightech-Regenerationssuite signalisiert einen Wandel in der Art und Weise, wie die Weltelite ihren Körper während der kräftezehrenden Rasensaison pflegt.
Das Herzstück dieser neuen Wellness-Zone ist die Ammortal Chamber, ein Gerät, das eher an eine Requisite aus einem Science-Fiction-Film als an ein Sportgerät erinnert. Die Kammer, die sich durch ein markantes, zickzackförmiges Bett auszeichnet, nutzt eine komplexe Reihe von Therapien, die darauf abzielen, den Organismus des Sportlers in Rekordzeit zu regenerieren.
So funktioniert die Ammortal Chamber
Laut Marc Violone, Mitinhaber des Wellness-Unternehmens Recover, ist die Ammortal Chamber kein Gerät mit nur einer Funktion, sondern eine Kombination aus fünf wissenschaftlich fundierten Methoden. Während einer Sitzung erleben die Athleten ein multisensorisches Erlebnis, das Folgendes umfasst:
- Wasserstoffgastherapie: Wird durch die Nase eingeatmet, um oxidativen Stress zu bekämpfen.
- Multiwellen-Lichttherapie: Gezielte Lichtfrequenzen zur Unterstützung der Zellreparatur.
- Gepulste elektromagnetische Felder: Zur Verbesserung der Durchblutung und Reduzierung von Entzündungen.
- Klangtherapie: Entwickelt, um das Nervensystem zu beruhigen und mentale Erschöpfung zu reduzieren.
Violone beschreibt das Ergebnis als eine „außerkörperliche Erfahrung“, die Körper und Geist in Einklang bringt und sicherstellt, dass der Athlet weder überdreht noch zu sediert ist, sondern sich in einem Zustand optimaler Leistungsfähigkeit befindet.
Reaktionen der Athleten: Von „cool“ bis „erholt“
Der an Nummer 21 gesetzte Amerikaner Tommy Paul war einer der ersten, der die Technologie vor seinem dominanten Erstrundensieg in drei Sätzen anwendete. Sieg über Alexandre Müller. Seine Reaktion war eine Mischung aus Belustigung und echter Erleichterung. „Es war cool“, bemerkte Paul und gab lächelnd zu, dass er bei der entspannenden Erfahrung sogar eingeschlafen war. „Ich weiß nicht genau, was es bewirkt, weil ich eingeschlafen bin, aber es war großartig. Ich habe mich auf jeden Fall sehr erholt gefühlt.“
Andere Spieler wie Jenson Brooksby glauben, dass diese kleinen Verbesserungen der Schlüssel zum Erfolg bei einem Grand Slam sind. Brooksby betonte, dass in einem so hart umkämpften Turnier wie Wimbledon „jedes Prozent wirklich helfen kann, wenn wir versuchen, weit zu kommen“. Er äußerte die Hoffnung, dass andere Turniere der ATP- und WTA-Tour dem Beispiel des All England Club folgen und solche Einrichtungen bereitstellen würden.
Die Entwicklung des „Elite“-Athleten
Laura Robson, die ehemalige britische Nummer 1 und derzeitige Leiterin der Spielerbetreuung im All England Club, sieht dies als Teil eines umfassenderen Trends. Sie erinnert sich an die Zeit, als Novak Djokovic erstmals hyperbare Kammern nutzte – ein damals ungewöhnlicher Schritt, der sich jedoch später als Erfolgsrezept für eine lange Karriere erwies.
„Regeneration hilft Sportlern, länger zu spielen“, bemerkte Robson. „Da der Spielplan immer anstrengender wird, geht es darum, Wege zu finden, die Saison verletzungsfrei zu beenden.“ Sie hob hervor, dass Eisbäder zwar weiterhin ein wichtiger Bestandteil sind, das Repertoire an Hilfsmitteln aber um Normatec-Kompressionsstiefel, Massagepistolen, Game Ready-Wärme-/Kältetherapie und NuCalm-Headsets für besseren Schlaf erweitert wurde.
Mentaler Flow und Zukunftspläne
Das Ziel des Regenerationsbereichs geht über die reine Muskelregeneration hinaus. Violone erklärte, dass ein Hauptaugenmerk darauf liegt, Athleten zu einem „Flow-Zustand“ zu verhelfen – jener schwer fassbaren mentalen Zone, in der Leistung mühelos gelingt und Anspannung minimiert wird. Durch wissenschaftlich fundiertes Stress- und Muskelmanagement soll die Suite die Spieler mental optimal unterstützen.
Der All England Club ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus. Das Wellnesscenter für Spieler, das derzeit Hochleistungsnahrung und Kaffee anbietet, soll weiter ausgebaut werden. Nächstes Jahr wird das hochmoderne Fitnessstudio um ein zweites Stockwerk erweitert, um sicherzustellen, dass Wimbledon auch weiterhin an der Spitze der Sportwissenschaft steht.