Der 200-Dollar-Witz: Wie ein 18-jähriger Entwickler innerhalb weniger Stunden 1,3 Millionen Dollar auf Steam verdiente, nur um alles wieder zu verlieren

Der 18-jährige Entwickler Michael Major verdiente mit einem 200-Dollar-Scherzspiel auf Steam innerhalb weniger Stunden 1,3 Millionen Dollar – nur um alles durch Rückerstattungen wieder zu verlieren. Die ganze Geschichte gibt es hier.

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Staff Writer
Veröffentlicht am 05/08/2026 15:56
Der 200-Dollar-Witz: Wie ein 18-jähriger Entwickler innerhalb weniger Stunden 1,3 Millionen Dollar auf Steam verdiente, nur um alles wieder zu verlieren

Das ultimative digitale Wagnis

In der unbeständigen Welt der Indie-Spieleentwicklung basieren Erfolgsgeschichten oft auf jahrelanger harter Arbeit und einer gehörigen Portion Glück. Die Geschichte von Michael Major, einem 18-jährigen amerikanischen Entwickler, ist jedoch eine Ausnahmeerscheinung, die sich eher wie ein Fiebertraum als wie eine Fallstudie liest. Innerhalb weniger Stunden wurde Major vom Hobbyisten zum potenziellen Millionär, nur um durch Steams kundenfreundliche Rückerstattungsrichtlinien wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden.

Auslöser für dieses turbulente Erlebnis war ein Titel mit dem schlichten Namen Dieses Spiel kostet 200 Dollar. Konzipiert als spiritueller Nachfolger eines ähnlich betitelten Low-Cost-Projekts, war das Spiel nie als kommerzieller Erfolg gedacht. Tatsächlich war es als Satire konzipiert – ein „komisches psychologisches Erlebnis“, das zum absoluten Höchstpreis auf der Steam-Plattform angeboten wurde.

Ein „Streich“, der viral ging

Nach allen herkömmlichen Maßstäben war das Spiel wertlos. Es wurde in nur wenigen Tagen entwickelt und bestand aus einfachen Grafiken und einer Sammlung von Internet-Memes. Major gab zu, dass das Projekt ein riesiger Witz war und er nie erwartet hatte, dass auch nur eine einzige Person den exorbitanten Preis bezahlen würde.

Dann geschah das Unfassbare. Die Ironie des Preises löste einen viralen Hype aus. Laut Berichten von WMUR-TV entschieden sich unglaubliche 6.717 Nutzer, das Spiel zu kaufen. Bei einem Preis von 200 Dollar pro Exemplar schnellten die potenziellen Einnahmen fast über Nacht auf über 1,3 Millionen Dollar in die Höhe. Für einen Teenager war es ein überwältigendes Erlebnis, diese Zahlen auf einem Dashboard zu sehen. „Ich glaube, ich wäre fast gestorben“, erinnerte sich Major und beschrieb den Schock über den plötzlichen Millionengewinn aus einem Scherzprojekt.

Der Realitätscheck: Steams Rückerstattungsrichtlinie

Die Euphorie war nur von kurzer Dauer. Ausgerechnet das System, das Steam hohes Kundenvertrauen ermöglicht, wurde Majors Vermögen über Nacht zunichtegemacht. Steams bekannte Rückerstattungsrichtlinie erlaubt es Nutzern, ihr Geld innerhalb von 14 Tagen nach dem Kauf zurückzufordern, sofern das Spiel weniger als zwei Stunden gespielt wurde.

Da es sich bei dem Spiel um einen konzeptionellen Scherz handelte, erkannten die meisten Käufer den „Witz“ schnell oder wollten einfach nur den viralen Trend auslösen, ohne ihr Geld zu verlieren. In einer Flut von Anfragen beantragten 6.707 der ursprünglichen Käufer eine Rückerstattung. Als sich der Staub gelegt hatte, waren die 1,3 Millionen Dollar verschwunden und dem jungen Entwickler blieben nur noch etwa 2.000 Dollar – immer noch ein beachtlicher Gewinn für ein paar Tage Arbeit, aber weit entfernt vom Traum von einer Million Dollar.

Das Mysterium des chinesischen Marktes und der Geldwäsche

Abgesehen von der finanziellen Achterbahnfahrt bemerkte Major ein merkwürdiges Muster in seinen Verkaufsdaten: Ein massiver Zustrom von Käufern kam aus China. Noch seltsamer war, dass viele dieser Nutzer Rückerstattungen beantragten, ohne das Spiel jemals gestartet zu haben.

Dies nährte Spekulationen über die Schattenseiten digitaler Vertriebsplattformen. Major sinnierte über die Möglichkeit, dass überteuerte Steam-Spiele manchmal als Vehikel für Geldwäsche missbraucht werden, indem Gelder über digitale Transaktionen verschoben werden, um ihre Herkunft zu verschleiern. „Ich habe gehört, dass einige sehr teure Spiele auf Steam zur Geldwäsche missbraucht werden können. Keine Ahnung“, scherzte Major und fügte hinzu, er befürchte, nun auf einer staatlichen schwarzen Liste zu stehen.

Lektionen aus einem Millionen-Dollar-Fehler

Michael Major wurde zwar nicht zum Millionär, gewann aber etwas Seltenes in der Branche: eine legendäre Anekdote. Seine Erfahrung verdeutlicht die Unberechenbarkeit der Internetkultur und die absolute Macht der Plattformrichtlinien über den individuellen Profit. Nun kann er seinem Lebenslauf eine faszinierende Geschichte hinzufügen – eine, die beweist, dass in der Spielewelt die Grenze zwischen Streich und Geldverdienen dünner ist denn je.

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