Apples riskantes Unterfangen: Die Beschaffung von Arbeitsspeicher von einem auf der schwarzen Liste stehenden chinesischen Unternehmen inmitten der globalen Speicherkrise

Apple bemüht sich um eine Ausnahmegenehmigung der US-Regierung, um RAM vom auf der schwarzen Liste stehenden chinesischen Unternehmen CXMT kaufen zu können, da ein weltweiter Speichermangel die Produktion und die Preise des iPhone 18 bedroht.

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Staff Writer
Veröffentlicht am 30/06/2026 01:00
Apples riskantes Unterfangen: Die Beschaffung von Arbeitsspeicher von einem auf der schwarzen Liste stehenden chinesischen Unternehmen inmitten der globalen Speicherkrise

Verzweifelte Suche nach Silizium

Ein Schritt, der die Schwere des aktuellen globalen Halbleiterkonflikts verdeutlicht: Apple versucht Berichten zufolge, RAM von ChangXin Memory Technologies (CXMT) zu beziehen, einem chinesischen Unternehmen, das sich derzeit auf der US-Sanktionsliste befindet. Laut einem ausführlichen Bericht der Financial Times strebt der Technologiekonzern eine offizielle Ausnahmegenehmigung der US-Regierung an, um die Speichermodule von CXMT in sein Hardware-Ökosystem zu integrieren.

Jahrelang hat sich Apple auf die „Big Three“ der Speicherbranche verlassen: Micron, Samsung und SK Hynix. Doch explodierende Preise und eine angespannte Lieferkette haben Cupertino angreifbar gemacht. Diese Volatilität zwang Apple kürzlich zu Preiserhöhungen in mehreren Produktlinien, was darauf hindeutet, dass die Kosten für essentielle Komponenten nicht mehr tragbar sind.

Das politische Minenfeld: Nationale Sicherheit vs. Lieferketten

Der Versuch einer Partnerschaft mit CXMT ist nicht nur ein Geschäft, sondern ein politisches Wagnis. Das Unternehmen steht aufgrund seiner engen Verbindungen zum chinesischen Militär auf der schwarzen Liste, wodurch jede Partnerschaft ein potenzielles Konfliktpotenzial für die Beziehungen zwischen den USA und China birgt. Der Schritt hat bereits scharfe Kritik aus Washington hervorgerufen.

Der Kongressabgeordnete John Moolenaar äußerte sich besorgt über die Aussicht und bezeichnete eine Partnerschaft mit einem Unternehmen mit Verbindungen zum chinesischen Militär als „schweren Fehler“. Moolenaar argumentierte, ein solcher Schritt würde lediglich die Ambitionen der Kommunistischen Partei Chinas bestärken, kritische Lieferketten zu dominieren, und damit die Abhängigkeit der US-amerikanischen Technologiebranche von China erhöhen – gerade in einer Zeit, in der die Regierung den Aufbau sicherer, verbündeter Liefernetzwerke vorantreibt.

Dies bringt CEO Tim Cook in eine schwierige Lage. Cook hat sich intensiv um gute Beziehungen zur Trump-Administration bemüht, doch ob dieses diplomatische Kapital zu einer Handelsausnahmeregelung für ein auf der schwarzen Liste stehendes Unternehmen führen wird, bleibt abzuwarten.

Die „Lieferlücke“ und die A20-Chip-Krise

Apple hofft zwar, dass ein neuer Zulieferer die Kosten senken wird, doch Branchenexperten warnen, dass die Lösung zu spät und unzureichend sein könnte. Der renommierte Lieferkettenanalyst Ming-Chi Kuo vermutet, dass sich das Hauptproblem von einem Kostenproblem zu einer massiven „Lieferlücke“ entwickelt hat.

Kuo prognostiziert, dass die Speicherkapazität für Unterhaltungselektronik bis 2027 um 15 bis 20 Prozent sinken könnte – von Mobilgeräten bis hin zu großen Rechenzentren. Er glaubt, dass selbst eine Ausnahmeregelung für CXMT die Lücke nicht wesentlich schließen oder die Kosten signifikant senken würde. Aus strategischer Sicht bleibt Apple jedoch keine andere Wahl, als seine Bezugsquellen zu diversifizieren, um einen vollständigen Produktionsstopp zu vermeiden.

Auswirkungen auf das zukünftige iPhone 18

Der Speichermangel wirft bereits einen Schatten auf zukünftige Hardware. Leaks des Samsung-Insiders Ice Universe haben die Architektur des A20 Pro-Chips enthüllt, der für das iPhone 18 Pro und Ultra vorgesehen ist. Dieser Chip stellt einen bedeutenden Technologiesprung dar. Er nutzt TSMCs 2-nm-Prozess und ein neues Wafer-Level Multi-Chip Module (WMCM), das den DRAM seitlich des Prozessors platziert, um die Wärmeentwicklung zu reduzieren und die KI-Leistung zu steigern.

Trotz dieser Innovationen kann die Hardware ohne den entsprechenden Speicher nicht existieren. Kuo warnt, dass Apple möglicherweise gezwungen sein wird, 10 bis 20 % weniger A20-Chips zu produzieren, einfach weil nicht genügend LPDDR-RAM zur Verfügung steht. Dies könnte zu niedrigeren Lagerbeständen und noch stärkeren Preiserhöhungen für die nächste Generation von Flaggschiffmodellen führen.

Strategie für den chinesischen Markt

Eine mögliche Lösung für Apple ist die regionale Aufteilung der Lieferkette. Da chinesische iPhones etwa 16 % des Gesamtumsatzes von Apple ausmachen, könnte das Unternehmen CXMT-Speicher möglicherweise ausschließlich für in China verkaufte Geräte verwenden. Indem Apple die auf der schwarzen Liste stehenden Komponenten auf den chinesischen Markt beschränkt, könnte das Unternehmen seine begrenzten Bestände an westlich zugelassenem RAM für die US-amerikanischen und europäischen Märkte freisetzen und so seine geopolitischen Risiken effektiv mit seinen Produktionsbedürfnissen in Einklang bringen.

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